Allgemeinmedizinerin Naghme Kamaleyan-Schmied beim Impfen
ORF
ORF
Coronavirus

Impfungen bei Hausärzten vervielfacht

Nicht nur Impfstraßen sind gut besucht, sondern auch die Praxen der Hausärztinnen und -ärzte. Waren es die vergangenen Monate rund 10.000 Impfdosen pro Woche, so wurden jetzt 46.000 von den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten bestellt.

In der Praxis von Allgemeinmedizinerin Naghme Kamaleyan-Schmied in Floridsdorf lassen sich täglich bis zu vierzig Personen unkompliziert und rasch gegen das Coronavirus impfen. Es handelt sich vor allem um Auffrischungsimpfungen, aber auch einige Erststiche.

„Meistens werden die ein bisschen angesteckt von dem Impffieber bei uns in der Ordination. Es kommt einer, wird geimpft, setzt sich zehn Minuten raus und dann sagt ein anderer: Kann ich auch ein Formular haben?“, so Kamaleyan-Schmied.

Große Nachfrage seit Impfpflicht-Ankündigung

Mittlerweile spielen Hausärzte für den Impffortschritt in Wien eine wichtige Rolle. In der Praxis von Allgemeinmedizinerin Elke Wirtinger in Simmering braucht es für die Impfung eine Anmeldung. Seit der Ankündigung einer Impfpflicht sind die Termine für heuer ausgebucht.

Wirtinger: „Wir haben Zeiten eingeteilt, Blocks, wo wir Patienten zum Impfen einteilen. Abends bin ich noch bei Patienten, die immobil sind und impfe sie mit dem Impfstoff, der übrig geblieben ist.“

Längere Krankenstände nach Infektion

Covid-19 beschäftigt die Hausärzte aber auch über die Impfung hinaus. „Wir haben vermehrt Patienten, die nach einer Infektion Atembeschwerden haben, allgemeine Müdigkeit, die treten einen längeren Krankenstand an“, so Wirtinger.

Außerdem würden viele Patientinnen und Patienten Behandlungen anderer Krankheiten aus Angst vor einer CoV-Infektion hinauszögern. Das sei gefährlich, so die Medizinerinnen.