TU-Hochhaus am Getreidemarkt
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Umwelt

TU-Hochhaus ist Energie-Selbstversorger

Unabhängig von russischem Erdgas und anderen Energielieferanten ist bereits seit mehreren Jahren ein Bürohochhaus der TU Wien. Das elfstöckige Haus, in dem rund 800 Menschen arbeiten, versorgt sich über Photovoltaik-Anlagen komplett selbst.

Die sonnige Lage und das hohe Dach sind wesentliche Bausteine für die Energieunabhängigkeit des TU-Wien-Hochhauses am Getreidemarkt. Und: „Das gesamte Planungsteam hat es geschafft, den Verbrauch in den ungefähr zehn Bürogeschoßen so klein zu bekommen, dass wir übers Jahr über die Photovoltaikanlage im Prinzip so viel erzeugen, wie wir für die Computer-Arbeitsplätze, Bildschirme, Lüften, Beleuchten, für den Aufzug brauchen“, schildert der wissenschaftliche Projektleiter, Thomas Bednar, gegenüber „Wien heute“.

Stiegenhaus im TU-Hochhaus, an den Fenstern Photovoltaik-Paneele
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Auf der Fassade ist eine 1.500 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage angebracht

Energiespeicher gibt es in dem Haus keinen. Der am Wochenende produzierte Sonnen-Strom, der in den Büros dann in der Regel nicht benötigt wird, geht dann an andere Objekte am Gelände. Die Photovoltaik-Paneele wurden bereits vor acht Jahren an dem Haus angebracht. 600 Quadratmeter groß ist die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, 1.500 Quadratmeter groß jene an der Fassade.

Energie für mehr als 120 Haushalte

Bisher mussten die Paneele nicht getauscht werden, auch wenn sich die Technik in der Zwischenzeit weiterentwickelt hat. „Mittlerweile ist auch die Effizienz oder der Wirkungsgrad ein wenig gesteigert worden“, so Bednar.

Plus-Energie-Bürogebäudes der TU

UNO Generalsekretär António Guterres hat bei seinem Besuch in Wien am Mittwoch an der TU am Getreidemarkt nicht nur an einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Energiewende teilgenommen, er hat sich auch das Plus-Energie-Bürogebäudes der TU am Getreidemarkt erklären lassen.

Es gebe mittlerweile auch andere Technologien: So könne etwa die Sonnenstrahlung von zwei Seiten gleichzeitig aufgenommen und in elektrische Energie umgewandelt werden, erklärte der Projektleiter: „Man könnte da durchaus noch mehr generieren heutzutage.“ Schon jetzt könnte die produzierte Energie den Bedarf von mehr als 120 Haushalten abdecken – oder eben eines Bürohochhauses, das auf seinen Verbrauch achtet.