Umwelt

Nach Waldbrand: Aufforsten mit neuen Arten

Rund sieben Monate nach dem verheerenden Waldbrand im Wiener Quellenschutzgebiet an der Rax geht die Aufforstung zügig weiter. Neue, wärmeliebende Baumarten sollen dem Klimawandel besser Stand halten. Außerdem kommt spezielles Saatgut zum Einsatz.

„Bertl“ heißt das Zugpferd, das vieles nach dem Waldbrand wieder in Bewegung bringt. Der Noriker schleppte unter anderem sechs Säcke eines speziellen Saatguts in den vom Brand schwer getroffenen Quellenschutzwald der Stadt. „Wir haben noch sehr viele Stellen, wo die Erde rausschaut“, erklärte Wiens Forstdirektor Andreas Januskovecz.

Aufgrund des Klimawandels werde es in der nächsten Zeit sehr oft Starkregen geben, mit 30, 40 oder sogar 50 Litern in der Stunde. „Dafür müssen wir vorbereitet sein“, so Januskovecz in „Wien heute“. „Es wird jetzt Spezial-Saatgut aufgebracht, das relativ rasch aufgeht, das relativ rasch Gräser bringt.“

Luftaufnahme Quellenschutzwald der Stadt Wien
ORF
In der Luftaufnahme sind die Stellen erkennbar, an denen das Feuer bis in die Baumkronen gewütet hat

Eichen und Buchen statt Fichten

Im Zuge der Aufforstungsarbeiten werden auch besser an den Klimawandel angepasste Bäume gepflanzt. Nach der Eiszeit setzten sich kälteliebende Bäume in Mitteleuropa und auch Österreich durch. Das ist heute jedoch nicht mehr zeitgemäß. Nun brauche man wärmeliebende Bäume, sagte Januskovecz: „Das ist die Buche, das ist die Eiche – das sind Baumarten, die tief hinunter wurzeln.“ Flachwurzler wie die Fichte hätten nur in den oberen 20 Zentimetern Wurzeln. „Wenn wir zu wenig Wasser haben, haben die dort kein Wasser mehr.“

TV-Hinweis:

„Wien heute“, 26. Mai 2022,
19.00 Uhr, ORF2

Durch die zunehmende Trockenheit und Hitze steigt auch die Waldbrandgefahr. In den vergangenen rund zwei Jahrzehnten habe es in den ersten Monaten des Jahres fünf bis zehn Waldbrände gegeben, so der Forstdirektor: „Heuer haben wir 45 gehabt.“ Das sei kein Wunder, der Herbst sei schließlich der trockenste seit 35 Jahren gewesen – und auch im Frühjahr habe es erst Ende März geregnet.

Weiter Suche nach Brand-Verursachern

Nach den möglichen Verursachern des Brandes im Wiener Quellschutzgebiet wird weiter gefahndet. Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt heißt es, man warte derzeit auf einen Bericht der Polizei unter anderem zur Auswertung von Handydaten. Über diese will man herausfinden, wer sich im Wald aufgehalten hat. Die Brandursache könnte zum Beispiel ein Lagerfeuer oder eine weggeworfene Zigarette gewesen sein.