In den Schulungen sind rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des U4 vom Wiener Frauenservice auf das Erkennen von sexueller Belästigung und deeskalierendes Eingreifen vorbereitet worden. Teilgenommen haben nicht nur Securitys, sondern alle Angestellten – vom Gläserwäscher bis zur Geschäftsführung.
„Eine unserer obersten Prioritäten ist es, dass sich unsere Besucher*innen bei uns im U4 sicher und wohlfühlen. Keine kleine Herausforderung im Club-Setting mit Alkohol, Gedränge und ausgelassener Stimmung, aber für unser ganzes Team ist es eine Herzensangelegenheit diese Aufgabe bestmöglich zu erfüllen", so U4-Geschäftsführer Michael Gröss. „Lokale, die bei der Kampagne ,Rettungsanker‘ mitmachen, signalisieren klar: Hier ist kein Platz für sexuelle Belästigung! Wichtig ist, dass jede Frau ernst genommen wird, wenn sie sich belästigt fühlt", meinte Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál (SPÖ).

Kampagne in Lokalen und Bädern
Die Aktion „Rettunganker“ hat vor vier Jahren beim Donauinselfest begonnen. Seitdem sind rund 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult worden. Aus der Lokalszene waren neben dem U4 etwa der Club Volksgarten und die Bar Stehbeisl Kooperationspartner. Weitere Partner des Frauenservice Wien sind bei dieser Kampagne die Wiener Bäder, die Wiener Linien sowie die mobilen Inselteams der Wiener Gewässer. Zur Kampagne „Rettungsanker“ gehören neben Schulungen auch E-Learnings, Videos, Plakate und Flyer.
Für Interessenten stellt das Frauenservice Wien ein Schulungskonzept bereit, Erstgespräche zum „Rettungsanker“ werden kostenlos angeboten. Informationen werden unter unter rettungsanker@ wien.gv.at erteilt.
Das U4 unterstützt auch die Aktion "Nichts ist O.K bei K.O Tropfen“, die im Rahmen der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“ in Wien läuft. Dazu werden etwa Freecards mit dem Slogan „Ist dein Getränk O.K. oder K.O.?“ aufgelegt. DIese Aktion soll zu Aufmerksamkeit und Zivilcourage aufrufen. Der 24-Stunden-Frauennotruf der Stadt hat zum Start der Aktion von einem Anstieg der Fälle beim Beratungstelefon berichtet. Heuer hätten sich bereits rund 60 Frauen gemeldet. 2021 waren es noch 40 gewesen, zuvor hatte man jährlich etwa 20 Fälle registriert.