Ab etwa acht Grad Celsius können Zecken aktiv sein, die Klimakrise verlängert daher die Zeckensaison. Die gefährlichste Folgeerkrankung ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die im schlimmsten Fall schwere Gehirnschädigungen bewirken kann. „FSME ist eine grundsätzlich schwere Erkrankung, die Besonderheit ist: Je älter man ist, desto schwerer verläuft sie. Daher möchte ich wirklich ersuchen, den eigenen Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen“, erklärt Peter Voitl, der Impfreferent in der Ärztekammer.
Impfung weitgehend unumstritten
Während der Pandemie sind viele eigentlich notwendige Auffrischungsimpfungen ausgelassen worden, sagt Voitl. „Es war ja im Zuge des Lockdowns gar nicht möglich, Arztpraxen aufzusuchen wegen Routinetätigkeiten wie Impfungen, weil wir geschlossen hatten und nur für Akutfälle offen waren, und daher gibt es hier einiges aufzuholen.“ Im Gegensatz zur CoV-Impfung ist die FSME-Impfung weitgehend unumstritten – bis zu 85 Prozent der Bevölkerung sind geimpft.

Ganz genau mit Zecken beschäftigt sich der Medizinforscher und AKH-Arzt Georg Stary. Er hat mit einer Kollegin gemeinsam herausgefunden, wie Zeckensekrete es schaffen, das Immunsystem zu schwächen: „Das erklärt im Prinzip, dass wir sehr häufig nach Zeckenstichen auch Infektionen sehen, die zuerst die Haut betreffen können, die sich dann aber ausbreiten oder primär das neurologische System betreffen, wie es ja bei FSME ist.“
Impfaktion bis Ende April
Aus dieser Erkenntnis heraus können zukünftig vielleicht wirksame Salben gegen Folgeerkrankungen entwickelt werden. Häufiger als FSME übertragen Zecken Borreliose, eine durch Bakterien ausgelöste Erkrankung – anfangs meist klar erkennbar an einer Rötung der Haut an der Einstichstelle.
Nicht jeder Zeckenstich ist auch gefährlich: „In den meisten Fällen tritt ja auch keine Infektion auf, aber wenn das der Fall ist und wenn es zu einer Rötung kommt, dann sollte man einen Arzt aufsuchen“, erklärte Stary. Die FSME-Impfaktion der Stadt läuft bis Ende April. Erwachsene zahlen rund 35 Euro, Kinder rund 25 Euro.