Denn oft fehlt im laufenden Betrieb die Zeit, angehendes Personal auch tatsächlich praktisch auszubilden. Seit zwei Wochen führen 18 Pflegestudierende des Vinzentinums in Wien die Akutgeriatrie im Krankenhaus Göttlicher Heiland. Ihm bringe diese Art von Praktikum sehr viel, sagt Pflegestudent Lukas Geck im Ö1-Mittagsjournal: „Ich habe viel gelernt mit einer Neuaufnahme, mit einer Entlassung. Was muss man machen, wenn ein Patient stürzt?“ Der Lerneffekt sei jetzt im letzten Semester größer als in den fünf Semestern bisher.

Bei Zwischenfällen greifen Mitarbeiter ein
Drei Wochen lang habe das Stammteam der Akutgeriatrie die 18 Studierenden intensiv auf die Arbeit vorbereitet, sagt Pflegedirektor Wolfgang Sissolak, dann übernahmen sie den Betrieb. Nur wenn es zu einem Zwischenfall komme, werde eingegriffen. „Ansonsten gehört das Feld hier den Auszubildenden, mit allem, was dazu gehört.“ Das fange beim Erstellen des Dienstplanes an.
Das Projekt Auszubildende führen eine Station stammt ursprünglich aus der Schweiz. Im Krankenhaus Göttlicher Heiland hat man dafür die Akutgeriatrie ausgewählt, weil sie pflegerisch anspruchsvoll ist. Außerdem bleiben die Patienten im Schnitt drei Wochen. Bis Ende Juni werden die Studierenden die Station führen. Bisher gab es von allen Beteiligten positives Feedback. Nach dem Projekt steht für die Studierenden der Bachelor-Abschluss und der Berufseinstieg bevor.