„Religions for Future“
FFF/Lina Rummler
FFF/Lina Rummler
Religion

Religionen im Kampf gegen den Klimawandel

Mit „Religions for Future“ setzen sich nun auch zahlreiche Religionsgemeinschaften in Wien für Klimagerechtigkeit ein. Damit unterstützen sie „Fridays for Future“ mit einer zusätzlichen Zielgruppe und möchten die Bevölkerung auf einer neuen Ebene erreichen.

„Die Klimakrise ist so groß, dass wir uns auch zu Wort melden müssen“, argumentiert Rafael Haigermoser, Vorstandsmitglied der katholischen Jugend und Mitglied von „Religions for Future“ im Gespräch mit wien.ORF.at, die Gründung des Vereins „Religions for Future“.

Der Verein unterstützt die Forderungen von „Fridays for Future“ mit einem anderen Auftreten. Jetzt wurde noch einmal neu gestartet, um den Religionsgemeinschaften in Wien eine größere Stimme im Thema Klimawandel geben zu können.

Erreichen einer größeren Bandbreite

Im Jahr 2015 hat sich der Verein in Folge der großen Reichweite von „Fridays for Future“ herausgebildet. Die Grundsätze wurden unter anderem von zahlreichen Bischöfen und Laien unterzeichnet. Die Motivation dahinter ist, eine größere Zielgruppe abseits der „jüngeren Klimaaktivisten“ erreichen zu können. „Ich denke, dass Religion viele Menschen erreicht und wir einen guten Wegweiser stellen können. Die Wissenschaft kann sagen, was Fakt ist, aber da weiß man noch nicht, was zu tun ist“, betont Haigermoser.

Die Zielgruppe von „Religions von Future“ ist dabei bunt durchgemischt. Einerseits gebe es die klassischen Kirchgänger und anderseits das jüngere Publikum. „Die Zielgruppe, die jetzt in der Kirche ist, ist nicht so mobil. Das bedeutet auf eine Demo gehen, ist jetzt nicht unbedingt das, was sie machen. Sie sind lieber am Sonntag in der Kirche und bedanken sich, dass wir das machen“, ergänzt Haigermoser.

„Religions for Future“
FFF/Lina Rummler
Rund 200 Mitglieder von „Religions for Future“ nahmen am letzten Klimastreik in Wien teil

Beim weltweiten Klimastreik am 15. September waren rund 200 Mitglieder der „Religions for Future“ dabei. Insgesamt wurden beim Streik 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gezählt.

Zusammenhalt verschiedener Religionsgemeinschaften

Bei dem Verein kommen zahlreiche Religionsgemeinschaften aus Wien zusammen. Vertreten sind unter anderem Katholiken, Bahai, Serbisch-orthodoxe, Buddhisten und sunnitische Muslime. Laut Haigermoser verknüpfen sich dabei unterschiedliche Sichtweisen, der Klimawandel führe aber Interessen zusammen.

„Wir merken, bei der Klimakrise ist ein Problem, dass wir zu wenig miteinander reden. Wir kommen zusammen, wir haben verschiedene Sichtweisen, aber man muss sich darauf einlassen, dass man seine Perspektive ändert“, hebt er hervor.

Hoffnungen für die nächste Klimakonferenz

Mit seinem apostolischen Schreiben „Laudate Deum“ hat Papst Franziskus erst Anfang Oktober die Enzyklika „Laudato si’“ aus dem Jahr 2015 ergänzt. Darin ruft er alle Menschen dazu auf, die notwendigen Schritte zu ergreifen, um eine Ausweitung der Klimakatastrophe zu verhindern.

Das zeige, dass der Aufruf gegen den Klimawandel nicht nur unten von den Kirchen komme, sondern auch ganz oben angekommen sei, fügt Haigermoser dem hinzu. "Ich glaube, dass der Papst sich noch ein zweites Mal geäußert hat, zeigt die Dringlichkeit und wie groß dieses Thema ist. Als „Laudato si’" herausgekommen ist, war die nächste Klimakonferenz in Paris ein Erfolg und dadurch habe ich Hoffnungen an die nächste Klimakonferenz.“

Der Politik soll deutlich gemacht werden, dass gewisses Handeln den nachfolgenden Generationen schadet, betont Haigermoser. „Ich als Katholik, sehe die Schöpfung als ein großes Geschenk, das wir schätzen sollen und an dem wir uns freuen sollen. Aber man muss darauf aufpassen. Es geht nicht, dass wir alles nur als Ressourcen sehen, die wir jetzt verbrauchen können. Und für die nächsten Generationen bleibt dann nichts mehr übrig.“