neuartiger Herzschrittmacher neben Herzschrittmacher mit Kabel
ORF Wien
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Wissenschaft

Herzschrittmacher werden kabellos

In der Klinik Floridsdorf, wo die Herzchirurgie der städtischen Spitäler, abseits des AKH, stationiert ist, wird seit kurzem ein kabelloser Herzschrittmacher standardmäßig verwendet. Der neue Herzschrittmacher, der so klein wie eine Tintenpatrone ist, hat durchaus Vorteile.

Was heute bei vielen elektronischen Geräten Standard ist, fand nun auch den Weg in die Herzchirurgie. In der Klinik Floridsdorf wird der kabellose Herzschrittmacher angewandt. Eine Patientin, die ihn bereits in sich trägt, ist Anna Schuh. Die 82-Jährige erhielt in der Klinik Floridsdorf das neue Modell, da der alte Herzschrittmacher nicht mehr gut funktionierte. „Wenn ich schnell gegangen bin oder ich mehr gearbeitet habe, dann habe ich gespürt, dass die Luft ein bisschen auslässt“, schilderte Schuh.

Ein Herzschrittmacher wird benötigt, wenn das Herz zu langsam schlägt. Im Vergleich zum alten Modell ist das neue kabellos und wird direkt in der Herzkammer verschraubt. Über einen Katheter wird das Gerät von der unteren Beinvene zum Herzen geschoben. Der Eingriff dauert nur rund 20 Minuten.

Höhere Kosten, aber Vorteile

Der kabellose Herzschrittmacher ist mit rund 9000 Euro mehr als drei mal so teuer wie herkömmliche Modelle. Der Vorteil ist unter anderem die Lebensdauer. Herzchirurg Martin Grabenwöger erklärt: „Sie halten sehr lange, 15 bis 20 Jahre, und man kann dieses Gerät wenn die Batterie leer ist, entfernen.“ Einen weiteren Vorteil stellt die Metalloberfläche dar, wie Herzchirurg Thomas Aschacher ergänzt. Eine Besiedelung durch Bakterien sei so gut wie unmöglich. Außerdem sei dadurch kein Plastik mehr im Körper.

Neue Methode bei Herzschrittmacher

Bislang haben neun Patientinnen und Patienten den neuen Herzschrittmacher erhalten. In Zukunft soll er in der Klinik Floridsdorf vermehrt zum Einsatz kommen. Pro Jahr werden hier mehr als 500 Herzschrittmacher eingesetzt.