Frau in Labormantel gießt Tee auf
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Alte Teetradition aus Wien

Winterzeit ist Teezeit – und der Tee kann auch aus einem traditionsreichen Wiener Familienunternehmen kommen. Seit über 200 Jahren beschäftigt sich das Familienunternehmen Kottas auf der Freyung in der Innenstadt mit Kräutern und deren Wirkung.

Die Tees von Dr. Kottas gibt es in so gut wie allen Apotheken von A wie Anis bis Z wie Zinnkraut, dazu viele Kräutermischungen offen oder in Teesackerl. 1795 wurde das Familienunternehmen gegründet. Wie viele Arbeitsschritte in einem kleinen Teesackerl stecken, bekommt man in der Produktionsstätte von Kottas vor Augen geführt. Seit den 1960er Jahren wird in einer ruhigen Gasse in Mauer aus Kräutern Tee gemacht.

Rohstoffe großteils aus Europa

Maschinell werden die Blätter feinst geschnitten. Eine der Maschinen stammt ursprünglich aus der Tabakindustrie aus den 1960er Jahren. "Sie dann von uns übernommen worden und funktioniert immer noch tadellos. Es sind lauter massive Bauteile, die einfach nur gut gewartet und gepflegt werden müssen, sagt Oliver Vendl, Leiter der Qualitätssicherung von Kottas Pharma, im „Wien heute“-Interview.

Familienunternehmen Dr. Kottas im Porträt

Sinkende Temperaturen und das Herannahen der Weihnachtszeit, für viele ist das die beste Gelegenheit für Tee. Und der kann auch aus Wien kommen. Die Tees von Dr. Kottas gibt es in so gut wie allen Apotheken in Österreich. Das Familienunternehmen wurde 1795 gegründet

Gepflegt wird bei Kottas die Kunst der Teeproduktion seit mehr als 200 Jahren. Die getrockneten Rohstoffe in riesigen Mengen kommen großteils aus Europa, heißt es. Vieles stammt aus österreichischem Anbau, manches aus Wildsammlungen, wie etwa die albanischen Malvenblätter. Der Geruch in dem Betrieb ist sehr würzig. Die Mitarbeiter haben ihre Vorlieben: „Am liebsten Mente Pfefferminz“, sagt Wojciech Grabowski.

25 der 80 Teesorten Arzneimittel

Rund 80 Teesorten werden bei Kottas hergestellt. 2,3 Millionen Teesackerl pro Jahr. „25 unserer Sorten sind registrierte Arzneimittel, wo andere Qualitätsanforderungen gelten, vor allem, was die Wirkung oder die wirkungsbestimmenden Inhaltsstoffe der Pflanzen betrifft“, erklärt die Mitarbeiterin Victoria Fried.

Und diese müssten im Vorfeld untersucht werden, bevor der Tee überhaupt auf den Markt gebracht werden kann, „weil eine Wirkung davon zu erwarten sein muss. Und die kann nur gewährleistet sein, wenn gewisse Inhaltsstoffe in entsprechender Menge vorhanden sind“. Bei vielen Pflanzen müsse außerdem das ätherische Öl vom Gehalt her bestimmt werden. „Das ätherische Öl führt dann eben zu Arzneimittelwirkung“, so Fried.

Kräuter für viele Apotheken

Am Traditionsstandort auf der Freyung werden die Tees bis heute verkauft. Rund 80 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind bei Kottas in Wien beschäftigt. Apotheken aus ganz Österreich bestellen hier Kräuter, die sie dann nach Gewicht verkaufen.