Kerzen vor Tatort nach Mord an drei Frauen in Rotlicht-Lokal in Brigittenau
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Chronik

Dreifachmord: Religion als mögliches Motiv

Nachdem ein junger Asylwerber vor einer Woche in der Brigittenau drei Frauen in einem Bordell erstochen haben soll, gibt es jetzt erste Hinweise auf das Motiv des Mannes. Die Tat soll religiös motiviert gewesen sein. Laut Anwalt soll der Mann zudem Stimmen gehört haben.

„Prostituierte stehen unter dem Deckmantel des Satans“ – das soll der Beschuldigte bei seiner Einvernahme gesagt haben, wie die Gratiszeitung „Heute“ am Samstag berichtet. Auch diese Aussage soll in seinem Verhör gefallen sein: „Ich habe im Koran gelesen, ich solle Dschihad betreiben.“ Sein Anwalt bestätigte auf Nachfrage, dass sein Mandant wohl in einer Wahnwelt lebe. „Es geht darum, dass er Stimmen gehört hat, die ihm die Tat befohlen haben. Er glaubt, er ist verhext worden. In seiner Wahnwelt gibt es religiöse Versatzstücke“, so Anwalt Philipp Springer gegenüber Radio Wien.

Psychiatrisches Gutachten bestellt

Laut dem Zeitungsbericht soll der 27-jährige Asylwerber aus Afghanistan 96-mal auf die drei Opfer eingestochen haben. Für die Tat habe er im Vorfeld in einem Supermarkt drei Messer gekauft, wie auch sein Anwalt bestätigt. Er wurde am Freitag vor einer Woche unweit des Tatorts festgenommen und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Am Freitag wurde ein Sachverständiger bestellt, der nun ein psychiatrisches Gutachten über den Geisteszustand des Mannes erstellen soll.