Leeres Krankenbett
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GESUNDHEIT

Krankenhauskeime als Todesursache

Jedes Jahr sterben in Österreich bis zu 5.000 Menschen an Krankenhauskeimen, darauf macht die Semmelweis Foundation im Vorfeld des Welttags der Händehygiene am Sonntag aufmerksam. Eine korrekte Händedesinfektion in den Spitälern könnte diese Zahl deutlich reduzieren.

Die korrekte Händedesinfektion kommt im Krankenhausalltag oft zu kurz: Personalmangel und Zeitdruck gilt Experten als Ursache für mangelhafte Handhygiene. Jeder zehnte Patient und jede Patientin, die eines der 733 in Wien zur Verfügung stehenden Intensivkrankenbetten braucht, wird wegen einer bakteriellen Infektion behandelt. Das ergeben Schätzungen des IHS, des Instituts für Höhere Studien.

Todesursache für tausende Menschen

Rund 5.000 Menschen sterben sogar jährlich in Österreich an Krankenhauskeimen. In Österreich würden sich Schätzungen zufolge jedes Jahr 95.000 Patientinnen und Patienten im Zuge diagnostischer oder therapeutischer Maßnahmen in Gesundheitseinrichtungen anstecken, ein Teil davon mit herausfordernd zu behandelnden, oft multiresistenten Erregern.

Der finanzielle Schaden durch zusätzlich nötige Behandlungstage nach im Spital erworbenen Infektionen ist beträchtlich: Er belaufe sich auf mindestens 281 Millionen Euro pro Jahr, so die Experten.

Richtige Händedesinfektion entscheidend

„Die korrekt ausgeführte und alkoholbasierte Händedesinfektion spielt eine entscheidende Rolle. Zu Hause reicht es, sich einfach nur die Hände mit Seife zu waschen, aber in Gesundheitseinrichtungen müssen Hände, Instrumente und Umgebung mit alkoholbasierten Desinfektionsmitteln behandelt werden“, sagt Johannes Culen, Generalsekretär der Semmelweis Foundation.

Als Gegenmaßnahmen seien eine Stärkung der Rolle des Hygienepersonals in Gesundheitseinrichtungen nötig, die Einbeziehung der Patienten sowie verbindliche und bundesweit einheitliche Standards. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre zudem das Masterstudium „Krankenhaushygiene“, das seit mehr als sieben Jahren auf Umsetzung warte.

Die Weltgesundheitsorganisation, WHO, hat vor 14 Jahren den Internationalen Tag der Händehygiene ins Leben gerufen, der jedes Jahr am 5. Mai stattfindet. Das Datum verweist auf die fünf Finger an jeder Hand, die es zu säubern gilt. Namensgeber der in Wien ansässigen Semmelweis Foundation ist der Arzt Ignaz Semmelweis, der als „Erfinder“ der Handhygiene gilt.