Verhafteter Oligarch: Gericht prüft Auslieferung

Am Mittwochabend ist in Wien-Wieden ein ukrainischer Gasmilliardär verhaftet worden, gegen den das FBI unter anderem wegen Bestechung ermittelt hat. Das Wiener Straflandesgericht prüft nun, ob Dimitri Firtasch ausgeliefert wird.

Derzeit befindet sich Firtasch in der Justizanstalt Josefstadt. Ob er hinter Gittern bleibt, entscheidet das Landesgericht für Strafsachen in Wien. Die Frist für die Verhängung der Auslieferungshaft läuft in der Nacht auf Samstag ab. „Die Haftfristen sind dieselben wie bei Verhängung der Untersuchungshaft“, erläuterte Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien. „Binnen 48 Stunden nach Verhaftung muss entschieden werden.“

Das Gericht muss außerdem prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Auslieferung vorliegen. Wie lange es bis zu einer Entscheidung dauert, sei nicht von vornherein festgelegt: „Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich“, sagte Bussek. Hat das Gericht auf Auslieferung entschieden, geht der Fall noch ans Justizministerium, wo er nach völkerrechtlichen Kriterien geprüft wird, sagte Ministeriumssprecherin Dagmar Albegger.

Bodygards schritten nicht ein

Der Gas-, Chemie- und Medientycoon Firtasch ist einer der reichsten Männer der Ukraine, er soll auch ein enger Vertrauter des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch sein. Grundlage für die Festnahme war ein US-Haftbefehl. Das FBI ermittelte schon jahrelang gegen den Ukrainer, in den USA wirft man dem Ukrainer in Zusammenhang mit Auslandsgeschäften Bestechung und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor.

Firtasch war Mittwochabend in Wien-Wieden verhaftet worden, und zwar mitten auf der Straße bei seinem Firmensitz in der Schwindgasse. An dem Einsatz waren laut Mario Hejl, Sprecher des Bundeskriminalamts, Beamte des Büros für organisierte Kriminalität und der Cobra beteiligt. Firtasch habe Bodyguards dabeigehabt, die Festnahme sei aber ohne Zwischenfälle erfolgt - mehr dazu in Bodyguards schritten nicht ein (news.ORF.at).