Tierschützer gegen Taubenfütterungsverbot

Wer in Wien Tauben füttert und dabei erwischt wird, muss in Zukunft 36 Euro Strafe zahlen. Kritik am Taubenfütterungsverbot kommt jetzt vom Wiener Tierschutzverein - das Verbot sei rechtlich problematisch und schade den Tauben.

Für unerlaubtes Taubenfüttern drohen 36 Euro Strafe. Das sagte Umweltstadträtin Ulrike Sima (SPÖ) bei der Präsentation der Kampagne „Wer Tauben füttert, füttert Ratten“ diese Woche - mehr dazu in Tauben: Wer füttert, wird bestraft.

Petrovic: Verbot ist undifferenziert

Das Taubenfütterungsverbot sei undifferenziert und habe keine rechtliche Grundlage, sagt die grüne Politikerin und Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins Madeleine Petrovic. „Eine unsachgemäße Fütterung, wenn man zum Beispiel kiloweise nicht geschnittenes altes Brot hinwirft, das kann man verbieten. Denn das ist weder für die Natur noch für die Tauben gut. Aber in kleinen Mengen ein gutes Körnerfutter zu streuen, da gibt es keine rechtliche Grundlage das zu verbieten“, sp Petrovic gegenüber Radio Wien.

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Zudem seien viele Tauben auf die Fütterung angewiesen, meint Petrovic: „Gerade die Tiere, die verletzt oder gehandicapt sind, die flüchten sich vielfach in die Parkanlagen, weil sie wissen dass dort Menschen füttern“. Auch gebe es wichtigere Aufgaben, als taubenfütternde Menschen zu bestrafen, so Petrovic.

„Wunderwaffe“ wird wieder abgebaut

In Wien leben etwa 130.000 bis 150.000 Tauben. Weniger als noch in den 1970er Jahren, aber es wird immer enger für Tauben, weil immer mehr Dachböden ausgebaut werden und sie so ihre Nistplätze verlieren. Am Schöpfwerk testete Wiener Wohnen vorigen Sommer ein neues Mittel gegen die Taubenplage - mehr dazu in Neues Mittel gegen Taubenplage. Die angebliche Wunderwaffe wird wieder abgebaut. Die Wiener Tauben ließen sich davon nicht abschrecken.