Muchitsch: Debatte über günstige Wohnung

Mit einer günstigen Wohnung in einem Haus der Sozialbau AG sorgt der Nationalratsabgeordnete Josef Muchitsch (SPÖ) für Gesprächssstoff. Kritisiert wird vor allem seine Rechtfertigung für die geringen Kosten.

Muchitsch bezieht laut „Presse“ aktuell eine 37-Quadratmeter-Wohnung mit Balkon in Wien-Josefstadt unweit des Parlaments, für die er 285,99 Euro inklusive Betriebskosten bezahlt. Weil das 1966 mit Wohnbaufördermitteln errichtete Haus mittlerweile ausfinanziert ist, gelten keine Einkommensgrenzen und die Sozialbau AG darf die Wohnung frei vergeben. Die Nähe des Bauträgers zur SPÖ wurde von Medien schon öfter thematisiert.

Josef Muchitsch

APA/Roland Schlager

Josef Muchitsch bei einer Debatte im Parlament

Muchitsch findet nichts Verwerfliches an der Situation: „Ich habe eine Frau und drei Kinder. Ich bezahle sicher nicht tausend Euro für eine Wohnung“, wird er in einem „Presse“-Artikel zitiert. Vor allem diese Rechtfertigung sorgte für herbe Kritik.

Für NEOS empörte sich Beate Meinl-Reisinger, Spitzenkandidatin bei der Wiener Landtagswahl im Herbst, in einem offenen Brief über ihren Kollegen: „Als Abgeordnete zum Nationalrat verdiene ich ja wohl genug, um mir eine Wohnung am freien Markt leisten zu können.“ „Die Gier der Genossen hat sich als Rohrkrepierer erwiesen. Niemand ist heute unglaubwürdiger wenn es um das Thema Wohnen geht, als die SPÖ“, so Johann Gudenus, Klubobmann der Wiener FPÖ, am Samstag in einer Aussendung.

Ludwig für schärfere Regeln

Erst in den vergangenen Tagen hatten Wohnungskäufe des Geschäftsführers des gemeinnützigen Wohnbauträger Neue Heimat/Gewog, Karl Wurm, für Aufregung gesorgt. Er soll Wohnungen zu günstigeren Preisen als seine Nachbarn erworben haben. Wurm bestreitet die Vorwürfe, rechtlich und preislich sei alles korrekt gelaufen. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) will nun die Compliance-Regeln verschärfen - mehr dazu in Wohnungskauf-Vorwürfe: Ludwig macht Druck.

Link: