78er: Erkunder des nächtlichen Wiens

So wie die 78er Wien erleben, haben nur wenige die Stadt gesehen. Sie steigen auf Häuser und klettern in U-Bahn-Tunnel. Ihre Ausflüge dokumentieren sie fotografisch. „Wien heute“ war mit zwei Stadterkundern unterwegs.

„Nimm nichts mit außer einem Foto. Lass nichts zurück außer Fußabdrücken“, so lautet das Credo der 78er, des „Instituts für Stadterkundung“. Rechtlich befindet sich ihre Tätigkeit in einer Grauzone. Die Stadterkunder verschaffen sich nicht gewaltsam Zutritt, daher kommt es auch zu keiner Sachbeschädigung. Möglich wäre eine Besitzstörungsklage, erwischt wurden sie bei ihren Erkundungstouren auf die Dächer und in den Untergrund Wiens - eigenen Angaben zufolge - aber noch nie.

78er als Markenrechtsverletzung

Zu einem kuriosen Kontakt mit der Stadt Wien kam es jedoch bereits: „Wir haben uns aus Spaß MA 78 genannt, Magistratsabteilung für Stadterkundung. Weil wir es ganz lustig fanden, mit einem pseudo-offiziellen Anstrich zu spielen. Bis auf einmal ein E-Mail aus der Rechtsabteilung des Rathauses kam“, erzählt einer der Stadterkunder. Ihr Auftritt sei eine Markenrechtsverletzung gegenüber der MA 48, hieß es. Daraufhin änderten sie ihr Logo, den Namen behielten sie allerdings bei.

„Aufpassen ist das Wichtigste“

Vorsicht ist bei den Aktionen immer geboten: „Aufpassen ist das Wichtigste. Dass man weiß, was man kann und dass man weiß, was man macht. Wenn jemand sagt, dass ihm das zu viel ist oder er ein schlechtes Gefühl hat, dann passiert es auch oft, dass man die Aktion lässt und etwas anderes macht.“

78er Reportage

Die 78er dokumentieren ihre Ausflüge fotografisch. „Wien heute“ war mit zwei Stadterkundern unterwegs.

Immer mit dabei haben die Stadterkunder eine Kamera. Die Fotos der Erkundungstouren sind ihnen wichtig, denn so können sie ihr Wien allen Menschen zugänglich machen. Begonnen haben die 78er zu zweit, mittlerweile sind vier Personen daran beteiligt. Auch eine Ausstellung ihrer Bilder hat es schon gegeben, momentan planen sie eine weitere - mehr dazu in Düsteres, verlassenes, kahles Wien (wien.ORF.at).

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