Die Hühnersuppe als wirksame Arznei

Im 14. Jahrhundert hat der Hamburger Arzt Maimonides erkälteten Patienten Hühnersuppe empfohlen. Bis heute zählt die Suppe zu den bekanntesten Hausmitteln gegen alle Krankheiten vom Schnupfen bis zum grippalen Effekt, bestätigt „Radio Wien“-Experte Prof. Hademar Bankhofer.

An der Mayo Clinic in den USA hat man das Geheimnis um die Wirksamkeit der Hühnersuppe gelüftet: Die Suppe und das darin befindliche Hühnerfleisch enthalten das Spurenelement Zink, das wichtig für die Immunkraft ist.

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Dieses Zink ist beim Huhn an die Aminosäure Histidin gebunden. Dadurch wird die Wirkung vom Zink deutlich verstärkt. Beim sanften Garen der Suppe wird dem Hühnerfleisch eine weitere Aminosäure entzogen: der Eiweißstoff Cystein. Er bekämpft Entzündungen, wie sie bei einer Erkältung im Körper entstehen und lässt die Schleimhäute abschwellen.

Es muss ein echtes Huhn sein

Damit das Naturrezept Hühnersuppe gegen Erkältungen wirkt, muss man ein bratfertiges, ganzes Huhn zubereiten. Instant-Hühnersuppe aus dem Sackerl hilft nicht. Ob das Huhn frisch ist oder aus der Tiefkühltruhe kommt, ist egal. Man kann durchaus ein preiswertes Suppenhuhn kaufen, das in seinem Leben ein Legehuhn war. Das hat den Vorteil, dass aus dem überaus gelatinreichen Fleisch eine besonders kräftige Brühe gewonnen wird. Es muss also kein junges Huhn sein.

Zutaten für Hühnersuppe

Fotolia/yamix

Zutaten für Hühnersuppe

Gemüse und Kräuter müssen in die Suppe

Die Hühnersuppe gegen Erkältungen muss auch Gemüse und Kräuter enthalten. Man nimmt am besten 100 Gramm Karotten, 80 Gramm Zwiebel, 60 Gramm Lauch, eine Petersilien-Wurzel und eine halbe Sellerie-Knolle, aber auch Petersilie, Blattsellerie und etwas Pimpernelle. Das Huhn – entweder ganz oder in Teile geschnitten – wird mit dem Gemüse und den Kräutern in einen Küchentopf gelegt und mit so viel kaltem Wasser übergossen, bis das Huhn bedeckt ist.

Dann kommt der Topf auf die Herdplatte. Das Huhn wird langsam erhitzt. Sonst gerinnt das Eiweiß, bevor es von der Suppe aufgenommen wurde. Wenn die Suppe kocht, muss man bei niedriger Temperatur weiter köcheln, am besten eineinhalb Stunden ohne Deckel. Wenn obenauf Trübstoffe schwimmen, sollte man diese abschöpfen. Sobald die Suppe aufwallt, von der Herdplatte kurz wegziehen. Dann wieder hinschieben.

Wenn man erkältet ist, kann man durchaus einige Tage zwei Mal am Tag jeweils einen Teller Suppe mit dem Fleisch und Gemüse genießen. Als vorbeugende Maßnahme konsumiert man zweimal die Woche jeweils einen Teller Hühnersuppe. Und das hat nach neuesten Forschungen noch einen anderen Vorteil für die Gesundheit.

Hühnersuppe senkt auch den Blutdruck

An der japanischen Universität von Hiroshima haben Wissenschaftler entdeckt: Die Hühnersuppe kann noch mehr. Sie kann erhöhten und zu hohen Blutdruck senken. Das hängt mit dem Enzym ACE zusammen, das an der Herstellung eines Hormons beteiligt ist, welches die Blutgefäße verengt und damit Bluthochdruck verursacht.

Sendungshinweis:

„Gut gelaunt in den Tag“, Sendung vom 30. November 2011

Beim Kochen der Hühnersuppe wird aus den Gelenken und aus den Sehnen des Fleisches viel Kollagen frei. Diese Substanz aus dem Bindegewebe gelangt in die Suppe und blockiert das ACE. Die Folge: Die Gefäße bleiben weit und werden nicht verengt. Der Blutdruck bleibt normal.

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