Ideen für Mariahilfer Straße gesucht

Anrainer der Mariahilfer Straße können jetzt in Dialogveranstaltungen über die Neugestaltung mitdiskutieren. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) hat drei Vorschläge präsentiert, wie der Autoverkehr reduziert werden könnte.

Denkbar sind für Vassilakou die Umwandlung eines Teils der Einkaufsmeile in eine klassische Fußgängerzone, eine Shared-Space-Lösung oder eine Mischform aus beidem. Nun sollen die Bürger ihre Vorschläge machen.

Drei Termine

Die Dialogveranstaltungen finden am 17. und am 24. November im Hofmobiliendepot sowie am 22. November im „ega“ statt.

Die Wirtschaftskammer fürchtet indes „massive Einbußen“ für einige Branchen. Viele Geschäftsleute fürchten bei Einschränkungen für den Autoverkehr um die Kundschaft und den Lieferverkehr. Paulus Stuller, Vizepräsident der Wiener Wirtschaftskammer, fordert daher, den Zu- und Ablieferverkehr auf jeden Fall aufrechtzuerhalten. Im Falle einer Fußgängerzone sei außerdem eine Beschränkung des Lieferverkehrs bis lediglich 10.30 Uhr nicht denkbar, da ein Großteil der Lieferungen erst später erfolge. Man habe aber mit den politisch Verantwortlichen eine durchaus positive Diskussionsbasis, versicherte Stuller.

Mariahilfer Straße
ORF.at/Julia Hammerle
Neugestaltung ist umstritten

Autoanteil bei 30 Prozent

Verkehrsstadträtin Vassilakou wollte sich auf keine der von ihr präsentierten Varianten festlegen. Es sei auch noch nicht sicher, dass eines der Konzepte auch genau so umgesetzt werde. Man könne nämlich auch diverse Elemente der präsentierten Möglichkeiten mischen. Laut Erhebungen macht der Autoanteil auf der Shoppingmeile rund 30 Prozent des Gesamtverkehrsaufkommens aus. 63 Prozent sind Fußgänger, der Rest teilt sich auf Radfahrer und Öffis (ohne U-Bahn) auf.

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Die erste Variante sieht eine Fußgängerzone im unteren Straßenabschnitt zwischen Andreasgasse und Stiftgasse vor. Der Radverkehr bliebe dort dennoch erlaubt, Wirtschafts- und Anrainerverkehr wären ebenso möglich. Das zweite Konzept würde die Mariahilfer Straße in einen sogenannten Shared Space verwandeln, auf dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt unterwegs sein können. Dafür müsste die Shoppingmeile niveaufrei gemacht werden, Ampeln und Verkehrszeichen würden größtenteils verschwinden. Autos könnten bei dieser Lösung auch weiterhin auf der „MaHü“ unterwegs sein, allerdings mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde.

Die dritte Möglichkeit ist eine Art Mischform aus Vorschlag eins und zwei: Die Mariahilfer Straße wäre zwischen Gürtel und Theobaldgasse prinzipiell autofrei, Querungen aber nach wie vor möglich. Folglich würden die Kreuzungsbereiche als Shared-Space-Flächen genutzt. Lieferverkehr und die Zufahrt zu Anrainergaragen wären ebenso erlaubt.

Bezirke fürchten Verkehr in anderen Straßen

Aus den betroffenen Bezirken Mariahilf und Neubau gibt es seit längerem die Befürchtung, dass Autofahrer in umliegende Nebenstraßen ausweichen, wenn sie auf der Mariahilfer Straße nicht mehr oder nur noch eingeschränkt fahren dürfen.

Konkrete Lösungen dafür gebe es noch nicht, so Vassilakou. Diese würden erst erarbeitet, wenn klar sei, welches Modell letztendlich umgesetzt werde.

Präsentation im März 2012

Die Dialogveranstaltungen, die am Donnerstag in Mariahilf beginnen, sollen die Konfliktparteien zumindest einmal an einen Tisch bringen. An drei Tagen können alle Interessierten mit verantwortlichen Politikerinnen und Politikern sowie mit Experten sprechen.

TV-Hinweis:

Wien heute hat dazu mit Bernhard Engleder, demLeiter der MA 28 (Straßenbau) gesprochen. Den Beitrag sehen Sie in Wien heute, 19.00 Uhr, ORF2.

Die Ergebnisse der Dialogveranstaltungen und die daraus abgeleiteten Gestaltungsmöglichkeiten werden in einem Bericht zusammengefasst. Dieser soll als zusätzlicher Kriterienkatalog dienen.

Gleichzeitig gibt es auch im Internet die Möglichkeit, Wünsche bekanntzugeben. Das alles wird gesammelt und soll dann in die Neugestaltung der Mariahilfer Straße einfließen. Im März werden die ersten Ergebnisse präsentiert.

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