ÖVP gegen Neugestaltung der Mariahilfer Straße

Die Wiener ÖVP will, das alles so bleibt, wie es ist - jedenfalls was die Mariahilfer Straße anbelangt. Die ÖVP sprach sich gegen eine Umwandlung in eine Fußgängerzone aus. Der „funktionierenden“ Einkaufsmeile solle nicht „mutwillig“ das Leben schwer gemacht werden.

Die größte Einkaufsmeile der Stadt soll laut Plänen der Stadt verkehrsberuhigt werden. Derzeit werden dazu verschiedene Varianten geprüft, wie Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou von den Grünen kürzlich berichtet hatte. Denkbar ist etwa die teilweise Umwandlung in eine klassische Fußgängerzone. Was laut ÖVP fatal wäre, wie Klubchef Fritz Aichinger und der nicht amtsführende Stadtrat Manfred Juraczka versicherten.

„Die Mariahilfer Straße ist eine Top-Straße. Es wäre schade, wenn man ihr mutwillig das Leben schwermacht“, warnte Aichinger, der auch Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich ist. Bereits jetzt, so zeigte er sich überzeugt, gebe es Gehsteige, die breit genug seien. Auch Juraczka befand: „Wir haben hier eine Straße, die funktioniert.“ Steuermittel sollten lieber in jene Einkaufsmeilen investiert werden, die es dringender nötig hätten.

Mariahilfer Straße
ORF.at/Julia Hammerle

ÖVP: Es würden sich Probleme für Wirtschaft ergeben

Laut ÖVP wird die Mariahilfer Straße täglich von rund 60.000 Passanten frequentiert. Jährlich wird dort allein im Einzelhandel ein Umsatz von einer Milliarde Euro gemacht. Durchzugsstraße, so versicherten die ÖVP-Politiker, sei sie jedoch nicht, wodurch auch eine Verkehrsberuhigung nicht nötig sei. Viele Kunden würden schon jetzt mit den Öffis anreisen. Eine gänzliche oder teilweise Sperre würde den Verkehr außerdem in die angrenzenden Bezirke verlagern.

Auch für die Wirtschaft würden sich Probleme ergeben, wurde versichert. Denn bereits jetzt werden laut ÖVP 55 Prozent der Anlieferungern nach 10.30 Uhr vorgenommen. In Fußgängerzonen sei das nicht möglich. Zudem ist das Vorhaben nach Ansicht der ÖVP schlicht zu teuer: Die Umgestaltung würde wohl mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu Buche schlagen, wurde beklagt.

Präsentation im März 2012 angekündigt

Die Stadt hat den Anrainern kürzlich drei Varianten für eine neue „MaHü“ präsentiert. Denkbar sind demnach die Umwandlung eines Teils der Einkaufsmeile in eine klassische Fußgängerzone, eine Shared-Space-Lösung oder eine Mischform aus beidem. Die endgültige Lösung soll, so war betont worden, im Rahmen von Bürgerbeteiligungs-Verfahren ermittelt werden - mehr dazu in Ideen für Mariahilfer Straße gesucht.

Dabei gibt es auch im Internet die Möglichkeit, Wünsche bekanntzugeben. Diese werden gesammelt und sollen dann in die Neugestaltung der Mariahilfer Straße einfließen. Im März werden die ersten Ergebnisse präsentiert.

Aufgrund der „regen Bürgerbeteiligung“ sei klar, dass „sich drei Schwerpunkte herauskristallisieren: Fußgänger, Lieferverkehr und Radfahrer. Für die Querungen der Einkaufsmeile wird es vernünftige Lösungen geben müssen“, so der Verkehrssprecher der Grünen Wien, Rüdiger Maresch, in einer Aussendung.

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