Parkpickerl: Neue Zonen fixiert

Die neuen Parkpickerl-Zonen in fünf Wiener Bezirken sind am Montag mit dem Abschluss des behördlichen Verfahrens fixiert worden. In den neuen Gebieten darf drei Stunden lang geparkt werden, die neue Regelung gilt ab Oktober.

120 Euro wird das Parkpickerl für die betroffenen Bewohner kosten, dazu kommen 50 Euro Verwaltungsabgabe. Ab 1. August können die Pickerl bei den Bezirksämtern oder online bestellt werden, Unternehmer und Arbeitnehmer können bereits ab 1. Juli Ausnahmen beantragen. Die zulässige Parkdauer wird in den neuen Gebieten drei Stunden betragen.

Die neuen Parkpickerlzonen sind in einer Sitzung der Magistratsabteilungen 65 (Rechtliche Verkehrsangelegenheiten) und 46 (Verkehrsorganisation) fixiert worden, dabei waren auch Vertreter der Bezirke und der Interessensvertretungen, Sachverständige und Polizei. „Es hat in einzelnen Fragen Diskussionsbedarf gegeben. Aber grundsätzlich war aufgrund der Abstimmungsgespräche, die vorher stattgefunden haben, weitestgehende Übereinstimmung da“, berichtete der zuständige Koordinator Leopold Bubak.

Neue Parkpickerl-Zonen in Wien ab Oktober 2012
APA-Graphik/Martin Hirsch

Ottakring: Pickerl bis Savoyenstraße

Offen war bis Montag noch die genaue Parkpickerlgrenze in Ottakring. Ein Großteil des Bezirks wird umfasst, das Gebiet für die Parkraumbewirtschaftung reicht vom Gürtel bis zum Straßenzug Savoyenstraße - Oberwiedenstraße. Die Savoyenstraße selbst wird nicht enthalten sein.

In den anderen neuen Parkpickerl-Bezirken standen die Grenzen bereits fest. In Rudolfsheim-Fünfhaus gilt ab Oktober für den ganzen Bezirk eine einheitliche Kurzparkzone. In Meidling ist fast der gesamte Bezirk mit Ausnahme der Straßen im Verlauf der westlichen, südlichen und südöstlichen Bezirksgrenze betroffen.

In Hernals müssen Autofahrer zwischen Gürtel und Güpferlingstraße für das Parken bezahlen. In Penzing verläuft die Parkpickerlgrenze vom 15. Bezirk bis zum Straßenzug Maroltingergasse - Leyserstraße - Ameisgasse. Rund um den Bahnhof Hütteldorf gilt die Kurzparkzone nur am Nachmittag (Montag bis Freitag 12.00 bis 18.00 Uhr).

Überlappungszonen festgelegt

Festgelegt wurden auch die Überlappungszonen. Dabei handelt es sich um jene Areale, in denen zwei Parkpickerl-Bezirke aneinanderstoßen und Anrainer mit einer Berechtigung für den einen Bezirk auch im Grenzgebiet des anderen Bezirks parken dürfen. Diese werde es in jedem Bezirk außer Meidling geben, so Bubak.

Weiters sind in Hernals und Penzing Berechtigungszonen geplant. Damit sollen jene Anrainer, die nicht unmittelbar in den Kurzparkzonen wohnen, aber bei der Parkplatzsuche davon betroffen sind, die Möglichkeit haben, ebenfalls das Pickerl zu beantragen.

Abhilfe gegen „Blechlawine aus dem Umland“

Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) hat die Einführung des Parkpickerls in den fünf betroffenen Bezirken am Montag erneut verteidigt. „Jede vierte WienerIn leidet unter Verkehrslärm, tausende Menschen unter der Feinstaubbelastung. Vor allem Kinder und ältere Menschen sind betroffen. Auch wenn die Maßnahme auf den ersten Blick schmerzen mag, die Stadt muss sich gegen die Blechlawine aus dem Umland schützen. Und das Parkpickerl schafft hier Abhilfe“, meinte Vassilakou.

Ein Viertel der in den Außenbezirken parkenden Autos habe ein Nicht-Wiener-Kennzeichen. Die Bewohner würden daher oft keinen Stellplatz mehr vorfinden. Die Mittel aus der Parkraumbewirtschaftung fließen zu 100 Prozent in das Wiener Verkehrssystem, so Vassilakou.

Befragungen in Sachen Parkpickerl hatte die Verkehrsstadträtin stets abgelehnt. Denn es sei eine Binsenweisheit, dass niemand gerne mehr bezahlt, wie sie auch in einem „Wien heute“-Interview sagte - mehr dazu in Vassilakou: „Niemand bezahlt gerne“.

Kein Parkpickerl in Favoriten und Währing

Im Gegensatz zu den fünf neuen Parkpickerlbezirken hatte sich die Bezirksvorstehung in Favoriten entschlossen, die Kurzparkzone nicht einzuführen - mehr dazu inKein Parkpickerl in Favoriten.

Im einzigen Bezirk, in dem zum Parkpickerl eine Bürgerbefragung abgehalten worden war, kam eine deutliche Ablehnung. 64 Prozent der Befragten hatten sich in Währing gegen das Parkpickerl ausgesprochen - mehr dazu in Währing lehnt Parkpickerl ab.

Im Zuge der Ausweitung wurde „Parkpickerl“ verbilligt

Der Preis des Parkpickerls selbst wurde bereits kürzlich reduziert - zeitgleich mit der Anhebung der Parkgebühren. Es kostet nun 120 statt 135 Euro jährlich, zuzüglich einer Verwaltungsabgabe, die nun ebenfalls gesenkt wird. Wobei der neue Tarif von 50 Euro sogar noch einmal reduziert werden kann: Bei der Abwicklung via Internet kostet das Pickerl 45 Euro.

Die Stadt reduzierte auch die Verwaltungsgebühr, die bei der Abholung zu bezahlen ist. Künftig wird die Gebühr 50 statt 58,99 Euro ausmachen. Das Pickerl kommt also künftig auf maximal 170 Euro pro Jahr. Die neue Tarife treten mit der Ausweitung der Pickerlzonen im Herbst in Kraft - mehr dazu in Parkpickerl wird noch etwas billiger.

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