Anrainer bekommen Parkplätze

Mariahilf, Neubau und die Josefstadt haben das sogenannte Anrainerparken eingeführt: In den drei Bezirken gibt es damit speziell markierte Parkplätze, auf denen nur Anrainer parken dürfen. Kritik daran kommt von den Autofahrerclubs.

„Gerade in Gegenden in der Nähe von Theatern oder anderen großen Veranstaltungsstätten sind Anrainer sehr leidgeplagt, vor allem abends einen Parkplatz zu finden“, erklärte Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) den Hintergrund für diese Maßnahme. Gemeinsam mit den Bezirksvorstehern des sechsten, siebenten und achten Gemeindebezirks habe man daher in den vergangenen Wochen eine Lösung ausgearbeitet, die sich nun im Pilotversuch wiederfindet.

Die Grundidee ist, die Parkplatznot der Anrainer in den Bezirken innerhalb des Gürtels zu lindern. In Mariahilf startete das Pilotprojekt im Grätzel rund um das Raimundtheater, in Neubau am Spittelberg und in der Josefstadt ist ein Bereich rund um das Theater in der Josefstadt vorgesehen.

Anrainer müssen Parkpickerl haben

Erkennbar sind die reservierten Stellplätze durch Halte- und Parkverbotsschilder: Durch eine Zusatztafel werden Anrainer des jeweiligen Bezirks (sowie Behinderte, Anm.) von dieser Regelung ausgenommen. Wobei Anrainer konkret bedeutet, dass diese im Besitz eines Parkpickerls sein müssen, also einer Ausnahmeregelung für die flächendeckende Kurzparkzone.

Verkehrsschild für Anrainer-Parkplätzen in der Josefstadt
ORF/Eva Reiter

Als Anrainer zählt aber jeder Bewohner des jeweiligen Bezirkes mit einem Parkpickerl. So kann etwa ein Wiener mit Wohnsitz am Getreidemarkt, der ein Mariahilfer Parkpickerl hat, auch beim Raimundtheater auf einem Anrainerplatz stehen. Wenn der Pilotversuch erfolgreich ist, sollen die Anrainerparkplätze auch in anderen Bezirken kommen.

Wer sein Auto in einer dieser Zonen mit einem normalen Kurzparkschein abstellt, muss mit 36 Euro Strafe rechnen. Mit dem Abschleppen wird vorerst noch nicht gedroht. Zudem werden auch für Motorräder eigene Abstellplätze geschaffen werden, hieß es. So soll beispielsweise im Bereich der Strohmayergasse 11 im sechsten Bezirk auf einer Länge von 15 Metern eine solche Parkzone entstehen.

Kritk von Autofahrerclubs

Die Autofahrerclubs kritisierten das Projekt bereits. ARBÖ-Landesgeschäftsführer Günther Schweitzer befürchtete in der Sendung „Wien heute“, dass es nicht für jeden Anrainer einen Parkplatz geben wird. Das Anrainerparken würde ein „trügerisches Bild“ zeichnen, weil der Parkraum deswegen nicht erweitert wird. Beim ARBÖ befürchtet man „eine Zweiklassengesellschaft selbst innerhalb der Parkpickerl-Inhaber“.

Auch der ÖAMTC kritisiert, dass durch dasn Anrainerparken nicht mehr Parkplätze geschaffen, sondern nur der Druck verschoben würde. Laut ÖAMTC bringen nur kostengünstige Garagen eine Lösung für das Parkplatzproblem.

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