ÖAMTC präsentiert „Faires Parken“

In wenigen Tagen, am 1. Oktober, tritt die Ausweitung der Parkpickerlzonen in Wien in Kraft. Der Autofahrerclub ÖAMTC hat am Mittwoch erneut eine Preis- und Zeitstaffelung gefordert. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou von den Grünen zeigte sich über die Vorschläge erfreut.

„Faires Parken“ bedeutet für den ÖAMTC die Verwirklichung seines Zonenmodells mit zeitlicher und preislicher Staffelung: Demnach sollen Autofahrer für die Innenstadt die höchste Gebühr bezahlen, je weiter man Richtung Gürtel beziehungsweise außerhalb des Gürtels rückt, umso günstiger soll das Parken des Autos werden. Anrainer sollen ihre Autos in kostengünstigen Garagen abstellen können, Dauergenehmigungen solle es nur für „besonders Berechtigte“ wie Anrainer „mit besonderem Interesse“ geben.

Teilnahme an Expertenrunde doch möglich

Die Einnahmen aus den Parkgebühren sollten für den Bau und Betrieb von Wohngaragen sowie Park-and-Ride-Anlagen zweckgebunden werden. Mehr kostengünstige Stellplätze würden den öffentlichen Raum entlasten, so der Club.

Der Plan soll so schnell wie möglich an die Stadtregierung geschickt werden. Sollte er auf offene Ohren stoßen, könne man sich vorstellen, doch noch an den Expertengesprächen teilnehmen. Bisher wollte der ÖAMTC einer Einladung nicht nachkommen, sich an den Gesprächen von Verkehrsexperten und Stadtpolitikern über ein neues Modell der Wiener Parkraumbewirtschaftung zu beteiligen - mehr dazu in Erste Runde der Parkpickerl-Experten. Über das neue Modell soll bei der Volksbefragung im kommenden Jahr abgestimmt werden.

Stadtregierung begrüßt Mitarbeit des ÖAMTC

Vassilakou lehnte das ÖAMTC-Modell schon vor Wochen ab. Nun begrüßte Vassilakou, dass sich der Club an der aktuellen Diskussion über die Zukunft der Parkraumbewirtschaftung beteilige: „Die Einladung an den ÖAMTC, selbst an der ExpertInnengruppe mitzuarbeiten, bleibt natürlich aufrecht.“ Die Ideen sollen in jedem Fall in die Diskussion einfließen.

Auch SPÖ-Klubvorsitzender Rudolf Schicker appellierte an den ÖAMTC, am Verhandlungstisch Platz zu nehmen. Allerdings wolle die SPÖ „ein einfaches, leicht überschaubares System der Verkehrslenkung und Parkraumlenkung in Wien. Das bietet das Modell des Clubs noch nicht“, so Schicker. Die SPÖ werde sich aber bemühen, die Vorschläge in der Expertengruppe ernsthaft prüfen zu lassen.

Opposition uneins

Die ÖVP Wien bezeichnete die ÖAMTC-Vorschläge als konstruktive Ansätze. Eine Gebührenstaffelung und eine Flexibilisierung der Höchstparkdauer seien vernünftig, so Landesparteiobmann Manfred Juraczka. Weiters sei es wichtig, mehr Garagen sowie Park-and-Ride-Anlagen zu bauen sowie den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen.

Ganz anders die FPÖ: Das Modell sei noch komplizierter als das ohnehin schon verwirrende System von Rot-Grün. „Ein buntes Zonen-Kompott mit babylonischem Tarifgewirr würde das Parken in Wien nicht teuer sondern auch unübersichtlich gestalten“, wurden Klubobmann Johann Gudenus und Verkehrssprecher Toni Mahdalik in einer Aussendung zitiert. Die FPÖ setze weiterhin auf ein kostenloses Parkpickerl für ganz Wien, für das nur eine Bearbeitungsgebühr von 25 Euro fällig sei und auf das alle Autofahrer mit Hauptwohnsitz in Wien Anspruch haben.

ARBÖ will Lösung in „größerem Zusammenhang“

Nur in einem größeren Zusammenhang könne das Problem „Parken in Wien“ gelöst werden, hieß es am Mittwoch dazu vom ARBÖ. Es habe in den vergangenen Tagen Bewegung bei der Erhöhung der Gratisparkzeit von zehn auf 15 Minuten gegeben. Nun gelte es, die Forderung rasch umzusetzen und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, sagte der Wiener Landesgeschäftsführer Günther Schweizer - mehr dazu in 15-Minuten-Gratisparken möglich.

Der ARBÖ wolle sich auch weiterhin für unterschiedliche Parkzonen, ein Garagenbaukonzept für Wien, den Ausbau von PArk-andRide-Anlagen in Wien und Umgebung sowie für ein Gesamtkonzept für den Öffentlichen Verkehr in der Ostregion einsetzen.

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