Philharmoniker: NS-Zeit wird untersucht

Ein Gremium aus drei Historikern soll die Rolle der Wiener Philharmoniker in der NS-Zeit nun doch im Auftrag des Orchesters beleuchten. Am Montag werden Oliver Rathkolb, Fritz Trümpi und Bernadette Mayrhofer dem Vernehmen nach bestellt.

Bereits Ende März soll es erste Ergebnisse von Rathkolb, Trümpi und Mayrhofer geben, wie es in einem Artikel der Tageszeitung „Kurier“ vom Samstag hieß.

Ehrenring des Orchesters angeblich an NS-Verbrecher

Brisanz erhalten die Untersuchungen der Historiker laut „Kurier“-Artikel durch die offenkundige Auszeichnung des später in Nürnberg hingerichteten NS-Verbrechers Arthur Seyß-Inquart im Jahr 1942 durch die Philharmoniker. Der Reichskommissar für die besetzten Niederlande hatte den Ehrenring des Orchesters im Rahmen einer Festsitzung erhalten. Die drei von den Philharmonikern beauftragten Historiker sollen nun unter anderem prüfen, welche Personen von den Philharmonikern noch geehrt wurden.

Wiener Philharmoniker bei Neujahrskonzert 2011
APA/Herbert Neubauer
NS-Vergangenheit der Philharmoniker bald am Prüfstand

Anerkannte Wissenschafter am Werk

Die Wissenschafter gelten dabei als ausgewiesene Fachleute. Rathkolb beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Thema und Trümpi hatte zuletzt das Werk „Politisierte Orchester. Die Wiener Philharmoniker und das Berliner Philharmonische Orchester im Nationalsozialismus“ veröffentlicht. Mayrhofer hat zur Vertreibung von Wiener Philharmonikern aus dem Orchester nach 1938 und die versäumte Reintegration nach 1945 geforscht.

Zuletzt forderten die Grünen Ende Dezember eine Historikerkommission. Damals wurde die Untersuchung aber noch von den Philharmonikern abgelehnt - mehr dazu in Philharmoniker: Historikerkommission gefordert.

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