„Smart Meter“: Pilotprojekt startet

Wien Energie startet am Freitag ein Pilotprojekt mit „intelligenten“ Stromzählern („Smart Meter“). Dadurch sollen sich laut Wien Energie Sparpotenziale besser bestimmen lassen. Kritiker sehen darin unter anderem einen Preistreiber.

Smart Meter Digitaler Stromzähler
ORF
Neue Stromzähler als Pilotprojekt

Der „intelligente“ Stromzähler erfasst alle 15 Minuten den Stromzählerstand und schickt die Daten per Internet in die Zentrale. Anhand dieser Daten könne Wien Energie das Stromnetz besser - also energieeffizienter - planen. Außerdem gebe es auch für die Kunden Vorteile, so Christian Neubauer von Wien Energie. Defekte Geräte könne man bei einem plötzlich steigenden Stromverbrauch viel früher erkennen, hieß es.

Onlineanmeldung ab Freitag

Insgesamt 5.000 Haushalte werden in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland an dem Pilotprojekt teilnehmen. Die Onlineanmeldungen ist ab 15. Februar ab 13.00 Uhr möglich. Das Pilotprojekt läuft bis Mai 2014, der Zähler bleibt dann bestehen. Im Sommer nächsten Jahres sollen jedenfalls alle Daten vorliegen, danach wird der „Smart Meter“ flächendeckend installiert. Laut EU-Vorgabe müssen bis 2020 mindestens 80 Prozent aller Haushalte mit einem solchen Zähler ausgestattet sein.

Konsumenten sollten Geräte ablehnen dürfen

Kritiker wie Arbeiterkammer und Mietervereinigung bleiben bei ihrer Ablehnung einer verpflichtenden flächendeckenden Einführung der „intelligenten“ Messgeräten. Die Arbeiterkammer verwies zuletzt einmal mehr auf drohende Mehrkosten, allein der Umstieg könne pro Haushalt rund 360 Euro kosten. Weiters seien der Datenschutz und die Datensicherheit problematisch.

Konkret warnten Datenschützer, dass durch die Erfassung der Daten „gläserne Menschen“ entstehen. Bei der vorgesehenen viertelstündlichen Datenübermittlung entstünden laut Wien Energie alleine in Wien 180 Millionen Datensätze pro Tag, derzeit seien es 1,5 Millionen Datensätze pro Jahr.

Durch diese Zähler werde nachvollziehbar, wann man in der Wohnung ist und wie viel Strom gerade verbraucht wird. Ungeklärt sei auch der Zugriff auf diese Daten sowie die Anfälligkeit des Zählernetzes für Hackerangriffe, so die Datenschützer. „Aufgrund dieser massiven Bedenken hinsichtlich eines zwangsweisen Zählertausches“ sollte es aus Sicht der AK den Konsumenten selbst überlassen bleiben, ob sie den Einbau wollen oder nicht, hieß es.

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