Auch VOR erhöht Ticketpreise

Der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) erhöht seine Tarife am 1. Juli um durchschnittlich etwa drei Prozent. Er folgt damit den Wiener Linien, die vorige Woche eine Preiserhöhung angekündigt haben. Der VOR verwies trotz der Erhöhung auf die vergleichsweise günstigen Tickets.

In Wien sowie den Außenzonen kostet der Einzelfahrschein mit 2,1 Euro dann um zehn Cent mehr. Unverändert bleibt der Preis für die Jahreskarte in Wien (365 Euro) sowie die Jugendtickets (19,60 Euro) und Top-Jugendtickets (60 Euro). Teurer werden die Jahreskarten für Pendler. Beispielsweise kostet die Jahreskarte für die Strecke Mödling - Wien künftig 755 Euro (plus 2,2 Prozent) und St. Pölten - Wien 1.480 Euro (plus 2,5 Prozent). 2009 wurden die Ticketpreise zum letzten Mal durchschnittlich um 4,8 Prozent angehoben.

Jahreskarten nicht betroffen

Jahreskarten, deren Gültigkeitsbeginn vor dem 1. Juli 2013 liegt, sind von der Tarifänderung nicht betroffen, erklärten die VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll und Thomas Bohrn am Mittwoch vor Journalisten in Wien. „Dieser Schritt ist erforderlich, da seit der letzten Tarifanpassung der Außenzonen im Juli 2009 viele Kostenfaktoren der Verkehrsdienstleister gestiegen sind – etwa die Energie-, Treibstoff- und Rohstoffpreise“, so Bohrn. Die Ticketpreiserhöhung liege aber weit unter der allgemeinen Inflationsrate von rund acht Prozent seit 2009.

Dem Verkehrsverbund Ost-Region gehören neben den Wiener Linien, ÖBB, Westbahn, Wiener Lokalbahnen, NÖVOG und Raaberbahn unter anderem noch zwölf regionale Busunternehmen an. VOR koordiniert das Angebot und die Ticketpreise von über 40 Verkehrsbetrieben in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.

Umfangreiche Reform steht bevor

Der öffentliche Verkehr in der Ostregion hat 2012 erneut zugelegt und mit 979 Millionen Fahrgästen einen neuen Rekord verzeichnet. Im Vergleich zu 2011 legten die Fahrgastzahlen um insgesamt 3,7 Prozent zu. VOR-Geschäftsführer Bohrn führte den Fahrgastzuwachs unter anderem auf die gestiegenen Treibstoffpreise, Tarifsenkungen bei Jahres- und Monatskarte der Wiener Linien und die Ausweitung des Parkpickerls in Wien zurück.

Eine umfangreiche Reform steht der Verkehrsregion Ost im Jahr 2014 bevor. So soll der VOR mit den Verkehrsverbünden Niederösterreich/Burgenland (VVNB) zusammengelegt werden. Im Zuge dessen wird es auch eine Zonen- und Tarifreform geben. „Es gibt noch keine Details“, so Bohrn. Zur geplanten Vereinfachung und Vereinheitlichung könne man derzeit noch nichts sagen.

Tarifreform bei Wiener Linien

Mit der Tarifreform, die am 1. Juli in Kraft tritt, werden auch zahlreiche Tickets der Wiener Linien um fünf bis zehn Prozent teurer. Die Jahreskarte um 365 Euro bleibt bis 2015. „Die Kosten für uns sind gestiegen. Und wir passen nun unsere Preise an die gestiegenen Kosten an“, begründete Wiener-Linien-Sprecher Dominik Gries die Preiserhöhung - mehr dazu in Wiener Linien erhöhen Preise.

Nach der Preiserhöhung der Öffi-Tickets im Sommer könnte es sein, dass Jahr für Jahr eine Tarifanpassung kommt. Denn seit dem Vorjahr gilt eine sogenannte Tarifautomatik. Steigen die Kosten, dürfen die Wiener Linien ihre Preise erhöhen - mehr dazu in Wiener Linien: Erneut Preiserhöhung möglich.

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