„Weisser Ring“ zahlte bisher 21,2 Millionen

Bisher wurden 1.200 Opfer von Gewalt und Missbrauch in städtischen Kinderheimen in Form von monetärer und psychischer Unterstützung entschädigt. Davon kam ein Teil auch Betroffenen des ehemaligen Kinderheims am Wilhelminenberg zu.

Insgesamt haben sich bisher 1.713 Personen an den „Weissen Ring“ gewandt. Neben monetären Zuwendungen gibt es für die Betroffenen auch psychologische Hilfe und Therapien. Jenes Gremium, dass über Leistungen und Zahlungen entscheidet, hat in bisher 30 Sitzungen 1.542 Fälle einzeln untersucht, berichtete eine Sprecherin des „Weissen Rings“.

Opfer zu 61 Prozent Männer

892 Personen wurde dabei Unterstützung in Form von psychologische Hilfe und Therapien zugesprochen. Dafür hat der Verein 60.015 Einheiten Psychotherapie für rund 4,8 Millionen Euro genehmigt. Insgesamt hat die Stadt 31,5 Millionen Euro für die Opferentschädigung bereitgestellt.

Bei den Betroffenen handelt es sich mit rund 61 Prozent vorwiegend um Männer. Was die Altersverteilung betrifft: Fast 38 Prozent seien zwischen 1950 und 1959 geboren worden, 31 Prozent zwischen 1960 und 1969. In allen Fällen ging es um physische und psychische Gewalt, in rund 48 Prozent - also in fast der Hälfte - auch um sexualisierte Gewalt.

319 Nennungen des Heims am Wilhelminenberg

Der „Weisse Ring“ verfügt auch über eine Auswertung, welche Einrichtungen von den Betroffenen besonders häufig genannt wurden: Das Heim am Wilhelminenberg kam auf 319, jenes in Eggenburg auf 257 und jenes auf der Hohen Ware auf 202 Nennungen. Auch die Unterbringung bei Pflegeeltern konnte von Gewalt geprägt sein - davon erzählten 159 Opfer.

Viele Betroffene lebten übrigens nicht nur in einem Heim, sondern sind öfter gesiedelt. Im Schnitt wurden 4,2 „Unterbringungen“ pro Person berechnet.

Die Vorfälle, die aufgearbeitet werden, liegen schon lange zurück. Seit der Heimreform im Jahr 2000 gibt es in der Bundeshauptstadt keine Großheime mehr. Die Kinder werden nunmehr in Wohngemeinschaften untergebracht. Zudem wurden auch Krisenzentren geschaffen. Dort werden Kinder und Jugendliche laut Jugendamt vorläufig untergebracht, wenn der Schutz in der Familie nicht mehr gewährleistet werden kann. Überdies erhalten heutzutage auch die Pflegeeltern eine Ausbildung.

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