Mariahilfer Straße: Erste Änderungen

Nach der Kritik in Sachen Mariahilfer Straße kündigen sich erste Änderungen an. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) will Radfahrer etwa mit Möbeln ausbremsen. Zudem soll eine längere Ampelphase Stau vermindern.

Vassilakou sieht derzeit keine Notwendigkeit, Radfahrer aus der Mariahilfer Straße zu verbannen. „Es gibt de facto keine nennenswerten Probleme auf der Mariahilfer Straße und das nach nicht einmal zwei Wochen“, sagte sie in der ZiB 2 am Freitag. Ihr rieche „das alles sehr nach Wahlkampf. und ich meine auch, dass es deshalb Sinn macht, die Diskussionen, die wir hier führen, am besten nach der Wahl zu führen“.

Den Wunsch, Radfahrer aus der Fußgängerzone zu verbannen, hatte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) zuvor ebenfalls am Freitag angedeutet - mehr dazu in Häupl kein „Fußgängerzonen-Tourist“.

Kommende Woche will Vassilakou aber „gewisse Gestaltungsmaßnahmen“ setzen, die die Lösung des Problems mit zu schnellen Radfahrern in der Fußgängerzone zusätzlich unterstützen sollen, wie sie sagte. Das Anliegen der SPÖ, Querungen zu ermöglichen, verwundert die Vizebürgermeisterin - sie wäre aber für eine Diskussion bereit.

Gestaltungsmaßnahmen angekündigt

Die Situation auf der Mariahilfer Straße werde mit jedem Tag besser, sie überzeuge sich jeden Tag selbst davon, dass es funktioniere, betonte Vassilakou. Das Gros der Radfahrer halte sich in der Begegnungszone an die Bestimmungen.

In der Fußgängerzone gebe es noch „vereinzelt“ Radler, die sich nicht an die Schrittgeschwindigkeit halten. Aber die Polizei sei vor Ort und strafe auch, außerdem gebe es Transparente und man verteile Informationen an die Pedalritter.

Sitzbänke auf der Mariahilfer Straße
APA/Fohringer
Sitzmöbel auf der Mariahilfer Straße

Kommende Woche wolle sie zusätzliche, unterstützende Gestaltungsmaßnahmen setzen. Das sollen zum Beispiel weitere Sitzgelegenheiten in der Fußgängerzone sein. Damit solle das Bewusstsein geschärft werde, dass es sich um eine Fußgängerzone handelt und Schrittgeschwindigkeit gelte.

Vassilakou will Radler nicht verbannen

Koalitionspartner Häupl meinte im „Kurier“ (Freitagausgabe), dass in Sachen Radfahrer die Kärntner Straße sein Vorbild wäre - dort dürfen sie aber nicht fahren. „Ich sehe bis jetzt keine Notwendigkeit, zu so einem Schritt zu greifen“, sagte Vassilakou.

Auf die Frage, was „bis jetzt“ genau heißt, wollte sie nicht eingehen. Sie wolle begleiten und dränge darauf, dass die Spielregeln eingehalten werden. Am Karlsplatz kommen Fußgänger und Radfahrer ja auch problemlos miteinander aus, argumentierte sie.

Dass es in der Fußgängerzone der Mariahilfer Straße keine Querungen gebe, „geht auf einen Wunsch der SPÖ zurück“, nun seien die Roten offensichtlich für sich übereingekommen, dass man doch welche wolle. Aus den Medien vernehme sie eine Frist von einer Woche, konnte sich Vassilakou einen Seitenhieb nicht verkneifen. Ihre Tür sei offen, sie würde sich freuen, „wenn ich das offiziell deponiert bekomme“. Sie sei auch für eine Diskussion „bereit“.

Grünphase wurde verlängert

Auf Initiative des Neubauer Bezirksvorstehers Thomas Blimlinger (Grüne) wurde bereits die Grünphase in der Stollgasse bei der Ausfahrt zum Gürtel verlängert. Das soll zumindest ein wenig helfen, so der Grün-Politiker.

Die Nagelprobe werde aber mit dem Schulbeginn kommen, sagte Blimlinger. Sollte es dann auch noch massiven Stau bis zur Neubaugasse geben, komme Plan B. Dann solle man in der Schottenfeldgasse auch wieder rechts auf die Mariahilfer Straße und somit zum Gürtel fahren dürfen, so Blimlinger.

Und noch eine Regel wird aller Voraussicht nach abgeschafft. Künftig soll man von der Stumpergasse im sechsten Bezirk wieder in die Kaiserstraße einfahren dürfen. Hier wird noch auf das Okay der Wiener Linien gewartet, schließlich fährt ja der 5er in der Kaiserstraße.

Polizei: Bisher rund 500 Anzeigen

Die Polizei bestätigte unterdessen, dass in der neuen Mariahilfer Straße bereits gestraft wird. Rund 500 Anzeigen bzw. Organstrafmandate wurden inzwischen verteilt, wie ein Polizei-Sprecher berichtete.

Betroffen waren sowohl Autolenker als auch Radfahrer, zu den häufigsten „Delikten“ gehörte Falschparken, Rasen und falsch Abbiegen. Eingeschritten werde jedoch weiterhin mit „Augenmaß“, versicherte der Sprecher. Die in der Straße präsenten Beamten werden zudem weiterhin über die neuen Regelungen informieren.

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