Kritik an „Danube-Flats“-Befragung

Das Bauprojekt der „Danube Flats“ in Kaisermühlen lässt die Emotionen hochgehen. Deshalb wurden die Anrainer befragt. Das Ergebnis liegt nun vor: Befürworter und Gegner halten sich die Waage. Die Art der Fragestellung wird aber kritisiert.

150 Meter hoch soll der geplante Wohnhaus-Turm der Danube Flats werden. 4.600 Anrainer bekamen im Juni zu dem Bauprojekt einen Fragebogen zugeschickt, rund 670 haben ihn ausgefüllt. Abgefragt wurden speziell die Ausgestaltung des Freiraums im unmittelbaren Umfeld sowie am Ufer der Neuen Donau zwischen Reichsbrücke und Wohnpark Neue Donau. Aber auch das Angebot an Dienstleistungs- und Nahversorgungseinrichtungen, das mit dem Projekt umgesetzt werden soll.

Anrainerin: „Lächerliche Befragung“

„Die Befragung finde ich relativ lächerlich“, ärgerte sich eine Anrainerin bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend. „Das ist unglaublich, es wird befragt von der Stadt, ob wir hier ein Badegeschäft haben wollen oder ein Hundegeschäft. Also nur irgendwelche kleinen Sachen“, schloss sich ein weiterer Betroffener ihrer Ansicht an.

Investor Erwin Soravia zeigte sich hingegen mit den Ergebnissen der Befragung zufrieden: „Es sind gewisse Vorschläge gekommen, die wir aufgreifen und ins Projekt einarbeiten wollen.“

Seidler Tower und Danube Flats
Danube Flats
Seidler-Tower (l.) und Danube Flats

47 Prozent befürworten die Türme

Laut dem Ergebnis der Befragung sehen 47 Prozent das Projekt als „sehr gelungen“ oder „recht gut“ an. 42 Prozent gefällt es „gar nicht“ oder „weniger“. Sehr positiv wird laut MA 21 die Architektur gesehen. Weiters werden die moderne Form der Gebäude aber auch die Aufwertung der Umgebung mit der dazu gehörigen Infrastruktur positiv bewertet.

Die Ablehnung sei vor allem gegen die Höhe des Turms und die Dichte der Verbauung gerichtet. Man möchte generell keine neuen Hochhäuser mehr, nicht noch mehr Beton und keine Störung des Harry Seidler-Ensembles. Die geplante Infrastruktur wird von der Hälfte der Personen als „passend“ bewertet. Voraussichtlich genutzt werden das Ärztezentrum, der Supermarkt und das Café-Restaurant. Der wenigste Bedarf besteht nach einem „Coworking Space“ und nach einem Kindergarten.

Skizze Danube Flats
project A01 architects
So sollen die Danube Flats aussehen

Bedenken gibt es vor allem in Hinsicht auf das hohe Personenaufkommen auf der Donauinsel. Es wird ein weiterer Anstieg befürchtet und als Folge davon eine Überbeanspruchung der Uferzone und eine erhöhte Verkehrsbelastung.

Sicht auf den Harry-Seidler-Turm gefährdet

Eine Bürgerinitiative kämpft unermüdlich gegen die ihrer Meinung nach zu hohe und dichte Bebauung. Sie will, dass die Sicht auf den bekannten Harry-Seidler-Turm auch in Zukunft frei bleiben soll.

Das Projekt „Danube Flats“ umfasst 500 Wohneinheiten in einem rund 150 Meter hohen Turm mit 47 Stockwerken sowie in drei kleineren Wohngebäuden. Bereits im Februar 2013 hatte sich eine Gruppe von Anrainern gegen das Großprojekt ausgesprochen - mehr dazu in Anrainer kämpfen gegen Wohnprojekt.

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