Fekter: „Willst das Winterpalais?“

Das Ex-Finanzministerium ist nach seiner Renovierung nun ein Barockmuseum des Belvedere. Das soll der Wunsch von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) gewesen sein, kritisieren die Grünen, denn Ausschreibung habe es keine gegeben.

Winterpalais Himmelpfortgasse
APA/Herbert Neubauer
Belvedere-Direktorin Agnes Husslein

Das Museum Belvedere ist offenbar ganz unverhofft zum neuen Besitzer des ehemaligen Winterpalais von Prinz Eugen in der Himmelpfortgasse geworden. Bei der Eröffnung des neuen Barockmuseums am 17. Oktober erinnerte sich Belvedere-Direktorin Agnes Husslein an das betreffende Telefonat mit Fekter: „Agnes, willst das Winterpalais?“, soll Fekter gefragt haben, und Husslein habe dankend angenommen - mehr dazu in Start für „neues“ Winterpalais.

Zuschlag ohne Ausschreibung

Der grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl kritisiert nun im Ö1-Morgenjournal, dass das Belvedere den Zuschlag für die Nutzung des 2.000 Quadratmeter großen Winterpalais ohne eine Ausschreibung erhalten habe. Hätte man sich nach anderen Interessenten umgehört, hätte man eine sinnvollere Verwendung für das Palais und für das investierte Geld finden können, sagte Zinggl: „Ich konnte es nicht glauben. Das ist ein Husarenstück einer Finanzministerin“.

Zinggl beschuldigt Fekter, dass sie mit dem um viel Geld sanierten Gebäude nichts mehr anfangen habe können und es deshalb der Kultur überlassen habe.

Das Finanzministerium widerspricht der Kritik. Es sei der Wunsch der Ministerin gewesen, dass das Winterpalais der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde. Der Beschluss, das renovierte Gebäude dem Belvedere zu übergeben, sei in Abstimmung mit dem Kulturministerium von Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) getroffen worden. Außerdem gebe es dazu einen Gesetzesbeschluss des Nationalrats.

„Kein Bedarf für ein Barockmuseum“

„Legitimieren kann man viel, die Frage ist, ob es hier auch eine Legitimation im ethischen Sinn gibt“, sagte Zinggl zu Ö1. Für ein Barockmuseum wie das im Winterpalais gebe es gar keinen Bedarf, sagte der Grünen-Politiker. Das Geld hätte besser für andere Kulturprojekte und die Kunstschaffenden selbst ausgegeben werden sollen.

Laut dem Finanzministerium zahlt das Belvedere für das Winterpalais keine Miete und bekommt für den laufenden Betrieb bis zu zweieinhalb Millionen Euro pro Jahr aus Bundesmitteln. Für die Adaptierung des Palais für Museumszwecke wurden zusätzlich fast sechs Millionen Euro bereitgestellt.

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