13A: Anrainer protestieren weiter

Erneut haben Demonstranten am Donnerstag ihren Unmut über die neue Route der Buslinie 13A in Wien-Mariahilf ausgedrückt. Der Bus wurde kurzzeitig umgeleitet. Einen weiteren Protest gab es am Freitag. Kritik kommt von den Wiener Linien.

Die Veranstaltung am Freitag in der Windmühlgasse und der Capistrangasse war von der Polizei nur unter der Auflage genehmigt, dass der Busbetrieb nicht blockiert werden durfte. Die Gegner der Linienführung wollten ihren Unmut ausdrücken, aber nicht den Verkehr behindern, hieß es gegenüber „Radio Wien“. Wie lange die Proteste weitergehen soll, wurde nicht konkret beantwortet. Mit dem Protest wollen sich die Bewohner gegen die - wie sie sagen - Lärm- und Abgasbelästigung wehren.

Audio: „Radio Wien“-Reporter Robert Jahn in der Windmühlgasse

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„Die Relation muss man schon sehen“, kritisierte ein Sprecher der Wiener Linien. Auf der Linie 13A seien täglich 40.000 Personen unterwegs. Die „30 Leute, die dort spazieren gehen“, sollten mittelfristig auch die Interessen der Tausenden Fahrgäste bedenken, die durch die Blockaden Zeit verlieren und zu spät zur Arbeit oder zur Schule kommen würden.

Auch die Fahrgäste dürften von der Situation nicht allzu begeistert sein. Denn gegenüber den Wiener Linien äußern sie ihren Unmut über die Proteste, verwies der Sprecher auf entsprechendes Kundenfeedback.

Anrainer protestieren gegen die neue Route der Buslinie 13A
APA/Herbert Pfarrhofer
Weiterhin Proteste gegen die neue 13A-Route

Mit Zetteln gegen 13A

Wie schon bei der Demonstration am Donnerstagabend hielten auch am Freitag rund 70 Personen vom Gehsteigrand aus den vorbeifahrenden Bussen Zettel mit einem durchgestrichenen 13A entgegen. Die Linie wurde während der Versammlung aber trotzdem plangemäß über die Windmühlgasse geführt. Die Entscheidung, ob der 13A während der Protestaktionen durch die Windmühlgasse fahre oder nicht, hänge von der Situation ab, erklärte der Wiener-Linien-Sprecher.

„Auf Wiedersehen!“ oder „13A, weg von da.“ hatten die Demonstranten schon am Donnerstag skaniert. Wobei sich dieser Wunsch schneller erfüllte, als so manch einem Demonstranten lieb war: Etwa zehn Minuten nach Beginn der Aktion wurde der 13A über die Gumpendorfer Straße und die Zweierlinie umgeleitet.

Für 18.00 Uhr war eigentlich das Ende der Veranstaltung angesetzt, doch einige Hartgesottene verlagerten ihren Protest einfach einige Meter weiter. Dort warteten sie den 13A ab, der kurze Zeit später wieder versuchte, durch die Windmühlgasse zu fahren, um diesen dann durch kontinuierliches Zebrastreifen-Queren aufzuhalten. Als Konsequenz wurde die Linie ein weiteres Mal bis 19.00 Uhr umgeleitet. „Es ist ein Statement. Wir sind da und wir wehren uns“, zeigte sich eine der Initiatoren der Proteste, Eva Rotter, kampfbereit.

Anrainer protestieren gegen neue Route der Buslinie 13A
APA/Herbert Pfarrhofer

Anrainer: „Unzumutbare Wohnangelegenheit“

„Das ist eine unzumutbare Wohnangelegenheit. Ich kann kein Fenster mehr öffnen, ich kann in der Nacht mit mehr schlafen“, klagte Christian Gaupmann, der in der Capistrangasse wohnt. Er sei vor langer Zeit dorthin gezogen, weil es sich um eine ruhige Gegend gehandelt habe.

Schon am Montag, am ersten Tag, an dem der 13A auf der neuen Strecke unterwegs war, hinderten die Aktivisten die Weiterfahrt der Fahrzeuge, indem sie gemütlich über einen Zebrastreifen bummelte. Daraufhin musste der Bus kurze Zeit zweigeteilt werden - mehr dazu in Demonstranten blockierten 13A.

Betriebsrat zeigte teilweise Verständnis

Wie schon am Montag, war bei dem Protest wieder Wiener-Linien-Betriebsrat Leopold Wurm vor Ort. Dieser war im Sommer, als die 13A-Route noch durch die Fußgängerzone führte, wegen Sicherheitsbedenken auf die Barrikaden gestiegen, weshalb Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) letztlich eine neue Busroute ausarbeiten ließ.

„Die Leute sind doch sehr nahe bei der Straße, auf der Straße. Da geht wirklich die Sicherheit vor. Ich lasse mir meine Lenker sicher nicht gefährden“, begründete Wurm die Busumleitung. Was ist, wenn die Proteste wie angekündigt weiter anhalten? „Wenn das so weitergeht muss man natürlich über die Route sprechen. Das hat ja keinen Sinn“, so der Betriebsrat. Man müsse sich dann auf jedem Fall etwas überlegen: „Aber das obliegt natürlich dann der Geschäftsführung der Wiener Linien.“

Grafik zur neuen 13A-Route
APA/Martin Hirsch
Die neue Streckenführung des 13A

Um die neue Streckenführung hatten SPÖ und Grüne gut zwei Monate gerungen. Nachdem der Bus zunächst auf einer eigene Fahrspur durch die neue Fußgängerzone in der Mariahilfer Straße gefahren war, regte sich Protest und eine neue Streckenführung wurde beschlossen.

Das Ergebnis: Der Bus in Richtung Alser Straße/Skodagasse fährt nun über die Gumpendorfer Straße, Windmühlgasse - hier wurde eine neue Haltestelle eingerichtet - und Capistrangasse ein Stück die „Mahü“ stadtauswärts. Die Shoppingmeile ist in diesem Abschnitt Begegnungszone. Dann biegt der Bus wie bisher in die Kirchengasse ein. Retour bleibt alles wie gehabt.

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