Kritik an „Mahü“-Kampagne

Die geplante Informationskampagne der rot-grünen Stadtregierung zur Mariahilfer Straße sorgt für Aufregung. Auch der Politikberater Thomas Hofer kritisiert die Art der Kampagne als „nicht zielführend“ und zu teuer. Die Grünen weisen die Kritik zurück.

17 Euro pro Wahlberechtigtem, so viel kostet die Informationskampagne, die die Stadtregierung vor der Abstimmung über die neue Mariahilfer Straße durchführen will. Insgesamt sind es 850.000 Euro. „Das ist ein Wert, der nicht in Relation zur Grundgesamtheit steht", sagte Thomas Hofer im „Radio Wien“-Interview. „Es stimmen ja nur der 6. und der 7. Bezirk ab, das sind insgesamt rund 50.000 Wahlberechtigte.“

Großfläche Inserate, die stadtweit geschaltet würden, seien daher nicht zielführend. Aus kampagnentechnischer Sicht hätte die Stadtregierung besser versuchen sollen, die 50.000 Stimmberechtigten mit persönlichen Briefen und mit persönlicher Kommunikation zu erreichen, so Hofer.

Gegner kontaktierten Korruptionsstaatsanwaltschaft

Durch die breit angelegte Informationskampagne „lenkt man eigentlich die Aufmerksamkeit auf die Kosten der Kampagne. Wirklich glücklich und geschickt ist man das nicht angegangen“, befand Hofer. Kritiker der Umgestaltung der Mariahilfer Straße würden so wahrscheinlich nocheinmal verstärkt auf den Plan gerufen.

Die Bürgerinitiative „Gegen Mariahilferstraßenumbau“ wandte sich unterdessen mit einer Sachverhaltsdarstellung an die Korruptionsstaatsanwaltschaft. Auch von Seiten der Opposition kam bereits massive Kritik. Der Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka befand die Kampagne via Aussendung etwa als „Verzweiflungstat einer taumelnden Verkehrsstadträtin“.

Grüne verteidigen Kampagne und Kosten

Es sei legitim, wenn die Stadt ihre Ziele auch in Kampagnen darstelle, wies das Büro von Verkehsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) die Kritik am Dienstag zurück. Auch vor der Ankündigung einer Bürgerinitiative, die Korruptionsstaatsanwaltschaft einzuschalten, fürchte man sich nicht: Man habe die Kampagne intern prüfen lassen, und es sei alles okay.

Die Kampagne, die im Februar starten soll, umfasst sowohl klassische Schaltungen in Printmedien als auch Außenwerbung. „Informiert wird über die Ausgestaltung der neuen Verkehrsorganisation und darüber, wie die neue Mariahilfer Straße einmal aussehen soll“, heißt es aus dem Büro von Vassilakou.

Die Stadt wird zusätzlich eine Telefonhotline zur Verfügung stellen, um Details über das Projekt zu bieten. Ebenso werden aktuelle Informationen auf der eigens für die Umgestaltung eingerichteten Homepage abrufbar sein - mehr dazu in 850.000 Euro für „Mahü“-Kampagne (wien.ORF.at; 6.1.2013).

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