Tüwi-Beisl: Kundgebung zum Jubiläum

Das alternative Studentenbeisl „Tüwi“ feiert am Mittwoch mit einer Kundgebung sein 20-jähriges Jubiläum. Nächstes Jahr soll das desolate Gebäude neben der Universität für Bodenkultur abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

„Steril, kalt, ein Klotz“, „Mehr Jazz als Punkrock“ und „Die Villa Kunterbunt wird zu Alcatraz“ - so lautet die Kritik von Gegnern des Neubaus, der anstelle des desolaten „Türkenwirt“-Gebäudes und Vereinslokals in Döbling entstehen soll auf Facebook. Andere Studierende wiederum freuen sich, dass das sanierungsbedürftige Kulturzentrum endlich erneuert wird.

Hörsaal neben Konzerte und Party

Auf rund 5.250 Quadratmeter Fläche soll der Neubau neben dem Studentenbeisl auch Platz für Gastgarten, Hofgeschäft, Hörsaal für 400 BOKU-Studierende, Mensa, ÖH-Büro, drei Institute und eine Mineraliensammlung bieten. Ob im Neubau auch Konzerte wie im jetzigen Lokal veranstaltet werden können, wird von vielen Seiten bezweifelt. „Die Gesprächsbasis ist gut. Wir haben auf jeden Fall den Wunsch geäußert, auch im neuen Gebäude wieder Konzerte zu machen“, so Michael Kovar, Geschäftsführer vom Verein Tüwi.

Visualisierung: Das neue TÜWI-Gebäude
Baumschlager Hutter ZT GmbH
Das ehemalige Gasthaus „Türkenwirt“ in der Peter-Jordan-Straße wird bis 2018 durch einen Neubau ersetzt, der ebenfalls „Türkenwirt“ heißen soll

Abrissarbeiten starten 2015

Laut Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) werden die Abrissarbeiten frühestens im Spätherbst 2015 gestartet. „Wenn die Planungsphase reibungslos verläuft, könnte der Baubeginn im Sommer 2016 erfolgen und der Vollbetrieb im Wintersemester 2018/19 aufgenommen werden“, heißt es von der BIG. Wo der Tüwi-Verein während der dreijährigen Bauzeit untergebracht wird, steht noch nicht fest.

Der Neubau soll aus drei oberirdischen Stockwerken bestehen. Im Untergeschoß ist ein Hörsaal geplant, der über einen Innenhof mit Tageslicht versorgt wird. „Dieser wird dringend benötigt, um größere Lehrveranstaltungen nicht länger extern auslagern zu müssen“, so Boku-Vizerektorin Andrea Reithmayer. Die Errichtung des neuen „Türkenwirts“ soll 16,7 Millionen Euro kosten.

Jubiläum mit Polizeiaufgebot?

Trotz der ungewissen Zukunft feiert der Tüwi-Verein unter dem Motto „Wir bleiben bestehen!“ am Mittwoch das 20-jährige Jubiläum. Ursprünglich hätte das Fest im Türkenschanzpark stattfinden sollen, doch dazu wurde von der Stadt Wien keine Genehmigung erteilt. „Seit zweieinhalb Monaten versuchen wir vergeblich, das Fest anzumelden“, so Kovar.

„Jetzt feiern wir in unserem Gastgarten und haben auf der Dänenstraße eine Kundgebung für freie Kulturarbeit angemeldet. Es kann also sein, dass unser Fest von der Polizei begleitet wird.“ Ab 14.00 Uhr laden Konzerte, Kinderprogramm und Infostände von Kulturinitiativen zum Verweilen ein. Kovar: „Die nächste Geburtstagsfeier wird dann mit der Abrissparty zusammengelegt.“

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