Manner: Bauarbeiten nicht Ursache

Nach dem Teileinsturz eines Gebäudetrakts in der Manner-Fabrik haben am Montag Begehungen von Experten stattgefunden. Die Einsturzursache steht noch nicht fest, die Baupolizei schließt aber einen direkten Zusammenhang mit den Bauarbeiten aus.

Am Montag waren Experten der Baupolizei und Sachverständige, die von Manner eingesetzt wurden, am Unglücksort, um nach der Ursache für den Einsturz zu suchen. „Es ist ein Teil von sechs mal 24 Metern in allen Geschoßen in die Tiefe gekommen. Unten ist ein großer Schuttkegel, man kommt nicht zu den Fundamenten“, sagte Gerhard Cech, der Leiter der Baupolizei. Der Schuttkegel mache die Suche nach der Ursache sehr schwierig.

„Arbeiten an Fundamenten schon abgeschlossen“

Frühestens am Freitag werden detaillierte Untersuchungsergebnisse erwartet. Die Baupolizei schließe zum jetzigen Zeitpunkt aber aus, dass die Bauarbeiten in dem Gebäude unmittelbar den Einsturz ausgelöst haben. „Die Unterfangungsarbeiten an den Fundamenten waren zu dem Zeitpunkt schon abgeschlossen. Das scheidet daher aus unserer Sicht als Ursache aus“, so Cech.

Manner überlegt indessen, die Produktion neu zu ordnen. Derzeit gebe es aber nur Überlegungen in dieser Hinsicht, so Manner-Sprecherin Gabriele Liebl. Konkretes könne man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen: „Unser Stand ist: Eines von vier Produktionsobjekten ist betroffen, jetzt müssen wir weitersehen.“ Die 100 Mitarbeiter, die in dem Gebäude arbeiten, sollen an den drei anderen Standorten weiterbeschäftigt werden, hieß es am Montag.

Messpunkte an der Fassade

Ein riesiger Schutthaufen im Innenhof der Manner-Fabrik erinnert daran, dass das vierstöckige Gebäude vom Keller bis zum Dach teilweise eingestürzt ist. Derzeit stabilisiert er noch den Rest des Hauses. Ob er weggeräumt werden darf, ist noch unklar.

Außerdem muss noch geklärt werden, ob der gesperrte Gebäudeteil überhaupt stabil ist. Dazu wurden bereits am Wochenende Messpunkte an der Fassade angebracht. Sie sollen zeigen, ob sich etwas bewegt hat, sagte Manner-Vorstand Alfred Schrott: „Und je nachdem werden wir auch Feedback bekommen, in welcher Geschwindigkeit wir wieder ins Gebäude können.“

Feuerwehreinsatz bei eingestürzter Manner-Fabrik
APA/Georg Hochmuth
Das Areal befindet sich zwischen der Wilhelminenstraße und der Geblergasse

Derzeit steht die Produktion noch still. Die Manner-Schnitte ist jedenfalls nicht betroffen. Sie wird an einem anderen Standort hergestellt. Manner produziert laut dem Unternehmen in vier Objekten, eines davon in Perg, eines in Wolkersdorf und zwei in Wien 17. „In den anderen drei Objekten kann weiter produziert werden“, erklärte Vorstandsmitglied Alfred Schrott.

Carl Manner: „Schutzmarke hat sich bewährt“

Freitag gegen 17.20 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Verletzt wurde niemand. Mit Rettungshunden wurde zunächst auch nach möglichen Verschütteten gesucht - mehr dazu in Manner-Fabrik teilweise eingestürzt. Der 85-jährige Carl Manner, der das Unternehmen mehr als 50 Jahre lang leitete, sagte in einer Reaktion, die Schutzmarke Stephansdom habe sich bewährt, keine Menschen seien zu Schaden gekommen.

Sanierungsarbeiten seit 2012

Die anderen drei Trakte wurden von der Baupolizei noch am Wochenende wieder freigegeben - mehr dazu in Manner-Einsturz: Baupolizei ermittelt.

Die Produktion am Stammwerk des Süßwarenherstellers wird seit 2012 um 30 Millionen Euro umgebaut. Zusätzliche Produktionsmöglichkeiten, ein Bürogebäude und eine Tiefgarage werden geschaffen. Bis 2015 wollte man damit fertig sein. Das Stammhaus in Hernals wurde 1890 eröffnet - mehr dazu in 30 Millionen Euro für Manner-Umbau (wien.ORF.at; 9.8.2012).

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