Ehrengrab für Hedy Lamarr

Die im Jahr 2000 in Florida verstorbene Schauspielerin Hedy Lamarr erhält ein Ehrengrab der Stadt Wien, ihre Urne ist am Freitag auf dem Zentralfriedhof bestattet worden. Die gebürtige Wienerin ging mit der ersten Nacktszene in die Filmgeschichte ein.

Am Sonntag jährt sich der Geburtstag der am 9. November 1914 in Wien als Hedwig Eva Maria Kiesler geborenen Lamarr zum 100. Mal. Heute wird sie in einem Ehrengrab der Ehrengruppe 40 des Zentralfriedhofs bestattet, wie es aus dem Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) hieß. „Hedy Lamarr konnte auf eine unvergleichliche Schauspielkarriere in Hollywood zurückblicken“, wird Mailath-Pokorny in einer Aussendung zitiert.

Hedy Lamarr
APA/dpa/rf
Hedy Lamarr erhält 14 Jahre nach ihrem Tod ein Ehrengrab der Stadt Wien

Ausstellung zum 100. Geburtstag

Das Ehrengrab stellt eine weitere Würdigung durch die Stadt dar, die etwa den Hedy-Lamarr-Weg in Meidling geschaffen hat und die seit 2010 jährlich veranstalteten „Hedy Lamarr Lectures“, eine Veranstaltungsreihe des Medienhauses Wien und der Akademie der Wissenschaften, unterstützt.

Radiohinweis

Ö1 bringt am 15. November ein „Diagonal“ zur Person Hedy Lamarr - mehr dazu in oe1.ORF.at.

Das Österreichische Filmmuseum ehrt die im Jänner 2000 in Florida verstorbene Lamarr am Sonntag mit einem Screening von Georg Mischs Doku „Calling Hedy Lamarr“, in dem sich ihr Sohn auf die Spuren der Mutter begibt. Bis zum 21. Dezember ist im Bezirksmuseum Währing auch noch eine Ausstellung zu Hedy Lamarr zu sehen.

Schauspielerin in Wien und Hollywood

Lamarr hatte ihre schauspielerische Ausbildung bei Max Reinhardt in Berlin erhalten. Nach mehreren Filmauftritten wurde sie durch eine Rolle im Film „Ekstase“ weltberühmt: Ein Nacktauftritt gilt als erste Nacktszene der Filmgeschichte. Bis 1937 war sie mit Fritz Mandl, dem Direktor der Hirtenberger Munitionsfabrik, verheiratet. Nach der Trennung ging sie über London nach Hollywood.

Dort erhielt sie von Filmproduzent Louis B. Mayer nicht nur ihren Künstlernamen Hedy Lamarr, sondern auch Rollen in Filmen wie „Algiers“, „White Cargo“ und „Samson und Dalilah“. Danach bekam sie zunehmend Probleme, attraktive Rollen zu spielen, und zog sich 1957 aus dem Filmgeschäft zurück.

Lamarr-Erfindung als Basis des Mobilfunks

Hedy Lamarr hatte auch eine technische Ausbildung und meldete gemeinsam mit dem amerikanischen Komponisten Georges Antheil 1942 ein Patent unter dem Titel „Secret Communication System“ an, das auf Funk unter wechselnden Frequenzen basiert und als militärisches Kommunikationssystem konzipiert war, jedoch vom amerikanischen Militär ignoriert wurde. Inzwischen spielt es in der Mobilfunktechnik eine große Rolle. Lamarr wurde auch als schönste Frau der Filmgeschichte bezeichnet, ihr ist auch ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame gewidmet. Sie starb am 9. Jänner 2000 in Altamonte Springs in Florida.

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