Ursula Stenzel wurde abgewählt

Das Kapitel Ursula Stenzel in der ÖVP Wien ist zu Ende. Die streitbare Bezirksvorsteherin im ersten Bezirk wird von ihrer Partei in Pension geschickt. Markus Figl wurde mit 100 Prozent als Spitzenkandidat für die Bezirksvertretungswahl gewählt.

Zuletzt soll es zwischen Stenzel und Figl Spannungen gegeben haben. Bei einem Bezirkvorstand der ÖVP Innere Stadt wurde Stenzel jetzt abgewählt. Der Großneffe von Leopold Figl, Markus Figl, wurde laut einer Aussendung der ÖVP Wien mit 100 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten für die Wahl im kommenden Jahr gewählt. Er muss dabei die Mehrheit gegenüber der SPÖ verteidigen, um neuer Bezirksvorsteher zu werden.

Markus Figl
ÖVP Wien
Markus Figl

Stenzel nahm nicht an Sitzung teil

Stenzel blieb der Sitzung laut „Kurier“ fern. Sie war am Dienstagabend auch nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Sie war immer wieder für Schlagzeilen gut, etwa mit ihrer Forderung nach einem Demonstrationsverbot in der Innenstadt, ihren Auseinandersetzungen mit der Verkehrsstadträtin oder dem Wunsch, den Schwedenplatz zu untertunneln. Bekannt wurde die 69-jährige als ORF-Moderatorin, bevor sie 1996 als ÖVP-Spitzenkandidatin bei der EU-Wahl antrat. Nach zwei weiteren Kandidaturen 1999 und 2004 wechselte Stenzel in die Kommunalpolitik, wo sie 2005 zur Bezirksvorsteherin der Wiener City angelobt wurde.

Stenzel liebäugelte mit neuerlicher Kandidatur

Stenzel hatte noch vorigen Mittwoch in der „Kronen Zeitung“ mit einer neuerlichen Kandidatur geliebäugelt: „Ich bin gerne bereit nochmals antreten, wenn die Partei will.“ Auch die Möglichkeit einer Kandidatur per eigener Namensliste war im Raum gestanden. Zumindest die ÖVP wusste davon am Dienstag aber nichts und sagte, es sei mit Stenzel über einen Rückzug aus der Politik gesprochen worden.

Figl bedankte sich für die Wahl und richtete freundliche Worte in Richtung Stenzel: „Ihre Erfolge sind unbestritten, sie hat in der Inneren Stadt Großartiges vorangebracht. Ich wünsche ihr weiterhin alles Gute“, so der frisch gekürte Spitzenkandidat. Figl ist bereits Bezirksobmann der ÖVP in der Innenstadt und war Kabinettsmitarbeiter beim zurückgetretenen Finanzminister und VP-Chef Michael Spindelegger.

Stenzel und zwei Bauarbeiter mit dem neuen Verkehrsschild plus Hinweistafel
Fotos BV 1.
Die Anrainerparkplätze waren Stenzel letztes großes Projekt

Figl will vor allem für die Anrainer arbeiten und den ersten Bezirk als Wohnraum erhalten. „Der erste Bezirk darf keine Bürowüste, kein Museum, kein ‚Disneyland‘ werden“, so Figl. Die City soll kein ausgestorbener Stadtkern werden, so seine Maxime.

Juraczka: Weichen für weitere Verjüngung gestellt

Parteichef Manfred Juraczka sieht die Weichen für eine weitere Verjüngung seiner Partei gestellt. „Ich gratuliere Markus Figl sehr herzlich, er hat bereits in den vergangenen Jahren die Bezirkspartei neu ausgerichtet und wird nun mit seinem Team in die Wahlen gehen. Mein besonderer Dank gilt Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel, die fast zehn Jahre an der Spitze der Inneren Stadt gestanden ist. Sie war für die Bewohnerinnen und Bewohner eine ‚Bezirksbürgermeisterin‘“, so Juraczka.

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