„Mahü“: Kaufleute mit Fußgängerzone zufrieden

Monatelang haben die Kaufleute der Mariahilfer Straße wegen der Umgestaltung vor Umsatzeinbußen und Kündigungen gewarnt. Doch mittlerweile zeigen sie sich mit der neuen Mariahilfer Straße zufrieden, auch wenn die Freud nicht ungetrübt ist.

Rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft wurde die Baustelle auf der Mariahilfer Straße fertig. Zwei Drittel der Straße sind jetzt umgestaltet, das letzte Drittel folgt im Frühjahr - mehr dazu in Neue „Mahü“ offiziell eröffnet. Für die Einkaufssamstage im Advent und den 8. Dezember wird ein Besucheransturm erwartet. Die Kaufleute hoffen auf gute Umsätze.

Verkehrsberuhigung schreckt Autofahrer ab

In der Umbauphase verloren viele von ihnen Kunden. Genaue Zahlen dazu liegen allerdings noch nicht vor. Vor allem die Verkehrsberuhigung im sechsten und siebenten Bezirk schreckte Kunden aus dem Wiener Umland ab, die vor der Umgestaltung mit dem Auto anreisten, sagt Adolf Brenner vom Klub der Kaufleute der Einkaufsstraße.

Eröffnung der Mariahilfer Straße Neu
APA/Hochmuth

„Es ist der Speckgürtel um Wien herum, der mit dem Auto zu uns gekommen ist. Nach dem Umbau war er vielleicht einmal kurz da, hat sich furchtbar aufgeregt, dass er nirgends mehr hinkommt und gleich in die Einkaufszentren kommt.“ Der Lederwaren- und Kofferhändler Martin Antauer sieht das ähnlich. Er habe durch den Wegfall vieler „Auto-Kunden“ zehn Prozent seines Stammpublikums verloren, sagt er gegenüber Radio Wien.

Kundenzuwachs in Buchhandlung

Gerade diese Kundenschicht sei besonders kaufkräftig gewesen, sagt Brenner. Sein Verein vertritt mehr als die Hälfte der Geschäftsleute auf der Mariahilfer Straße. Um für Autofahrer wieder attraktiv zu sein, brauche es unbedingt weitere Querungen.

Anders sieht das Christa Felser, die Filialleiterin der Thalia-Buchhandlung. Sie freut sich über einen Kundenzuwachs: „Wir merken seit der Fertigstellung eine enorme Zunahme bei der Kundenfrequenz.“ Auch die Tendenz, dass Kunden, die mit dem Auto anreisen, ausbleiben, trifft sie nicht: „80 Prozent unserer Kunden kommen mit der U-Bahn oder sind aus dem sechsten oder siebenten Bezirk. Das sind unsere Zielgruppen.“

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