Haus der Geschichte: Kein eigenständiges Museum

Das von Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) angekündigte „Haus der Geschichte“ in Wien wird kein eigenständiges Museum werden. Zudem braucht es zur Errichtung „zusätzliches Geld“, sagte der Minister im „Kurier“ (Samstag-Ausgabe).

Neben der Nationalbibliothek soll es künftig fünf Museen in der Neuen Burg geben: die Sammlung alter Musikinstrumente, die Hofjagd-und Rüstkammer, das Ephesos-Museum, das Weltmuseum und das „Haus der Geschichte“. Letzteres solle aber „kein eigenständiges Museum“ werden, sondern aus Gründen der Kosteneffizienz an bestehende Strukturen angedockt werden. So kann sich der Minister auch vorstellen, das „Haus der Geschichte“ operativ in die Nationalbibliothek einzugliedern.

Die Pläne zur Neustrukturierung der Neuen Burg und der Realisierung des „Hauses der Geschichte“ werden aber nicht alleine durch die Redimensionierung des geplanten Ausbaues des Weltmuseum Wien finanzierbar sein. „Natürlich braucht es zusätzlich Geld“, sagte Ostermayer am Samstag im „Kurier“, das sei aber nur einen Bruchteil dessen, was ein Neubau kosten würde.

„Grobkostenschätzung“ derzeit noch nicht möglich

Ostermayer hatte Mitte Jänner bekannt gegeben, dass das „Haus der Geschichte“ Räumlichkeiten in der Neuen Hofburg beziehen und mit 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche 2018 eröffnen soll. Die geplante Schaufläche des Weltmuseum Wien soll sich im Gegenzug auf 3.900 Quadratmeter reduzieren, die dadurch freiwerdenden Mittel in Höhe von elf Mio. Euro für das „Haus der Geschichte“ verwendet werden - mehr dazu in Ostermayer zu Weltmuseum: „Nutzen Chance“. Eine „Grobkostenschätzung“ könne man erst vornehmen, sobald das Konzept des damit beauftragten Zeithistorikers Oliver Rathkolb vorliegen werde, so der Minister.

Rathkolb soll das Konzept bis Sommer ausarbeiten und wird dabei mit nationalen und internationalen Experten zusammenarbeiten - mehr dazu in Haus der Geschichte: Konzept von Rathkolb. Ostermayer nannte im „Kurier“ als Beispiele Helene Mirad-Delacroix von der Sorbonne, Jiri Pesek von der Karls Universität in Prag, Malachi Hacohen von der Duke University, John Boyer aus Chicago und Charles Maier von der Harvard University.

Weltmuseum: Minister mag Namen nicht

Neben dem „Haus der Geschichte“ könnte es künftig auch ein „Haus der Kulturen“ in der Neuen Burg geben. Denn Ostermayer bevorzugt diese Bezeichnung für das Weltmuseum Wien. Das ehemalige Völkerkundemuseum hatte sich nach der Neupositionierung unter dem neuen Direktor Steven Engelsman erst 2013 diesen Namen gegeben, der Kulturminister meint aber, dass selbst kulturaffine Menschen mit „Weltmuseum“ „nichts anfangen können“.

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