Elektroautos wenig gefragt

Elektroautos haben sich in Wien noch nicht durchgesetzt - das belegen auch die Zahlen der Neuzulassungen. In der Stadt wurden nicht einmal 180 Elektroautos im Vorjahr angemeldet. Förderungen für Privatpersonen gibt es von der Stadt keine.

Die Zulassungen von Elektroautos in Wien steigen zwar, von einem Boom ist man aber weit entfernt. Im Vorjahr wurden lediglich 176 Elektroautos neu zugelassen. „Die Hauptgründe liegen sicher im Preis und der zumindest im Kopf so sehr limitierten Reichweite“, sagte Michael Lichtenegger von der Neuen Urbanen Mobilität GmbH (NeuMo), einem Tochterunternehmen der Wiener Stadtwerke.

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Wiener Stadtwerke
E-Kehrfahrzeuge sind auf Wiens Friedhöfen im Einsatz

„Die neuen Fahrzeuge haben eine typische Reichweite zwischen 120 und 170 Kilometern. Auch im Winter, wenn die Batterien es ein bisschen schwerer haben, kann man sich auf jeden Fall auf 100 Kilometer Reichweite verlassen“, sagte Lichtenegger.

„Nur Emissionen sind anders“

Anders als in Niederösterreich gibt es in Wien keine Förderungen für Privatpersonen. Nur Wiener Unternehmen können im Rahmen der Wiener Modellregion beim Kauf eines E-Autos eine Förderung von der NeuMo bekommen. Derzeit seien dadurch in Wien „etwa 160 E-Fahrzeuge in Betrieb“, so Lichtenegger. Über 30 davon sind etwa Kehrmaschinen, die die Wiener Friedhöfe sauber halten.

Derzeit arbeite man an einem Programm, dass in Wien die Anzahl an E-Taxis erhöhen soll. „Wir haben die Machbarkeit untersucht. Es geht um bis zu 250 Taxis. Für den Start suchen wir Taxiunternehmen, die dabei sein wollen. Hier gibt es eine eigene Förderschiene mit 8.000 Euro pro Taxi“, so Lichtenegger weiter.

Thomas Ritt von der Wiener Arbeiterkammer steht den Elektroautos skeptisch gegenüber. „Es sind nur die Emissionen anders. Da der Strom vermehrt durch den Import durch Braunkohlestrom aus Deutschland stammt, habe ich kaum eine gute Ökobilanz. Ich habe teure Autos mit großen Batterien, die ein massives Entsorgungsproblem machen. Warum sollte man die E-Mobilität fördern, außer aus Imagegründen?“, sagte Ritt.

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