Philharmoniker eröffneten Festwochen

Mit dem traditionellen Gratiskonzert in Schönbrunn haben die Wiener Philharmoniker am Donnerstag vor 100.000 Zuschauern die Wiener Festwochen eröffnet. Die Philharmoniker setzten dabei bei trockenem, aber frischem Wetter auf Musik aus dem hohen Norden.

Festwochen, Life Ball, Song Contest: Bei so vielen kulturellen Ereignissen ist es heuer im Mai auf dem Rathausplatz zu Terminengpässen gekommen. Die Eröffnung der Wiener Festwochen wurde daher in den Schönbrunner Schlosspark „ausgelagert“. Das traditionelle Konzert der Wiener Philharmoniker bildete zugleich den Auftakt der Festwochen. Eine gute Entscheidung: Noch nie waren so viele Menschen bei der Eröffnung des Kulturfestivals.

100.000 Zuschauer kamen in den Schlosspark, um dem Konzert der Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta und mit Starpianist Rudolf Buchbinder am Klavier zu lauschen. So wie das Konzert selbst bereits zur Tradition geworden ist, begleitet auch Schlechtwetter das Ereignis mit einer gewissen Regelmäßigkeit. „Das Wetter folgt uns“, meinte Philharmoniker-Vorstand Andreas Großbauer im Vorfeld.

100.000 Besucher im Schlosspark

Insofern waren die etwa 14 Grad ohne Regen heuer ein Ausreißer nach oben. Die Zuschauer schien das frische Wetter ohnehin nicht zu stören. Der gesamte Schlosspark und die Gloriettewiese - die aus rechtlichen Gründen nicht beschallt werden darf - waren fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Erstmals gab es ein offizielles Zählsystem an den Eingängen des Schlossparks. Insgesamt 100.000 Besucher wurden gezählt - 85.000 im Park, etwa 15.000 hinter der Bühne auf der Gloriettewiese. Vier Videoleinwände sollten dafür sorgen, dass jeder und jede das Konzert auch sieht und nicht nur hört.

Sommernachtskonzert
APA/Oczeret

Vor Beginn des Konzertes eröffnete Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) die Festwochen. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) erinnerte in seinem Eröffnungsvortrag an die Unterzeichnung des Staatsvertrags. „Ich möchte der Generation des Wiederaufbaus danken, denn sie hat dabei geholfen, Österreich für Freiheit, Demokratie und Wohlstand bekannt zu machen“, so Faymann.

Danach setzten die Philharmoniker bei ihrem Konzert auf nordische Komponisten. Bei der zwölften Ausgabe des Events erklang etwa Carl Nielsens Ouvertüre zu „Maskerade“. Zu hören war auch Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite und sein Klavierkonzert sowie Jean Sibelius’ bekannteste Symphonische Dichtung „Finlandia“, die von Feuerwerk begleitet wurde. Als Preziose des Abends erklang das „Frühlingsrauschen“ des Norwegers Christian Sinding.

Sommernachtskonzert Feuerwerk
APA/Oczeret

Das Sommernachtskonzert können Sie in der ORF TVthek nachsehen.

Konzert in 80 Länder übertragen

Das Konzert wurde in 80 Länder übertragen. Trotz aller Publizität gelte für das Sommernachtskonzert aber weiterhin: „Das ist mit enormen Kosten verbunden“, unterstrich Großbauer. Schließlich müsse ungeachtet der CD-Verkäufe und der Unterstützung der öffentlichen Hand rund ein Drittel des Aufwands von den Philharmonikern selbst getragen werden.

Es sei noch offen, ob man auch in Zukunft die Festwochen mit dem Konzert eröffnen werde, sagte der Philharmoniker-Vorstand: „Ich will es nicht ausschließen - aber es ist die Frage, ob man sich einigen kann“ - mehr dazu in Festwochen: Eröffnung in Schönbrunn.

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