Partyschiff zerschnitten und an Land gezogen

Die Stadt Wien hat ein 60 Meter langes Partyschiff von der Copa Cagrana wegschleppen und in zwei Teile zerschneiden lassen. Seit Mittwoch werden die Schiffsteile beim Einlaufbauwerk Langenzersdorf per Kran an Land gehoben.

Seit Jahren tobt ein Streit zwischen dem Generalpächter der Copa Cagrana und der Stadt Wien. Einer der Streitpunkte ist, dass die Stadt im Dezember ein Partyschiff bei der Copa Cagrana in Wien-Donaustadt abschleppen ließ. Ein Gutachten sah eine „drohende Gefahr“ bei einem Hochwasser. Der Pächter stritt das ab und klagte - mehr dazu in Copa Cagrana: Klage wegen Abschleppung (wien.ORF.at; 17.12.2014).

Das Schiff wurde zum Einlaufbauwerk Langenzersdorf gebracht. Seit Mittwoch versuchen Techniker dort mit Hilfe von zwei Riesenkränen das Schiff aus dem Wasser zu hieven. Dazu wurde das Schiff vorher in zwei Teile zerschnitten. Aus rechtlichen Gründen durfte die schwimmende Anlage nicht in kleine Teile zerlegt oder zerstört werden.

Bergung mit Spezialkonstruktion

Da das Schiff mehr als hundert Jahre alt ist, gestaltet sich die Bergeaktion für die Techniker als Herausforderung. „Aufgrund der Aufbauten, wo man nicht genau feststellen kann, wie schwer sie sind, wo sie genau situiert sind, muss man hier mit dem Kran gut darauf achten, dass man genau unter dem Seil den Schwerpunkt hat“, so Statiker Peter Spreizer gegenüber „Wien heute“.

Zunächst mussten die Träger ins Wasser gehoben werden. Sie wurden eigens für die Bergeaktion angefertigt. „Die Schwierigkeit ist, dass die Plattform in ihrer Substanz äußerst angegriffen ist und wir eine Unterkonstruktion erst herrichten lassen mussten, auf die diese Plattform aufschwimmt - und mit der Unterkonstruktion kann man sie erst aus dem Wasser ziehen. Das hat einiger Versuche bedurft, bis wir da die richtige Lage und die richtige Konstruktion gefunden haben“, so Martin Jank vom Wiener Gewässer Management.

Kosten werden Eigentümer verrechnet

Die Kosten der Bergaktion können von der Stadt Wien noch nicht abgeschätzt werden, sie sollen aber dem Eigentümer des ehemaligen Partyschiffs verrechnet werden. Was mit den Schiffsteilen an Land weiter passieren soll, ist noch unklar.

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