Videoüberwachung hilft gegen Kriminalität

Die Wiener Linien haben in den vergangenen Jahren immer mehr Fahrzeuge und Stationen mit Videoüberwachung ausgestattet. Die Polizei griff im Vorjahr fast 4.500 Mal auf Videomaterial zu, um mögliche kriminelle Handlungen aufzuklären.

Bei den Aufnahmen geht es sowohl um Sachbeschädigungen wie Graffitis an den Garnituren und zerschnittene Sitzpolster als auch um Taschendiebstähle oder Fahndungsfotos von Verdächtigen, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln flüchten. 8.000 Kameras sind bei den Wiener Linien im Einsatz.

Aufkleber zu Videoüberwachung an U-Bahn-Zug
APA/Roland Schlager

Aufzeichnung bei Notrufen

In den Stationen waren die Überwachungseinrichtungen früher rein zur Überwachung für die Stationsaufsicht gedacht, mittlerweile kann die Hälfte der Kameras das Gesehene auch aufzeichnen. Sobald eine Notrufeinrichtung ausgelöst wird, wird in der Leitstelle der Wiener Linien alles aufgezeichnet.

Bei den U-Bahnen sind 80 Prozent der Garnituren bereits mit Videokameras ausgestattet. Auch immer mehr Straßenbahnen bekommen elektronische Augen. So sind derzeit 123 Garnituren umgestellt. Auch bei den Bussen haben die Kameras Einzug gehalten, 60 Prozent sind bereits umgestellt. Bei allen Neuanschaffungen ist es mittlerweile selbstverständlich, sie bekommen bereits im Werk eine Videoanlage.

Mehr Sicherheit für Mitarbeiter

Der Ausbau der Videoüberwachung war Teil eines zwei Millionen Euro teuren Maßnahmenprogramms, das die Wiener Linien im Vorjahr ankündigten. Von dem Umrüstungsprogramm waren vor allem Straßenbahngarnituren betroffen - mehr dazu in Fünfpunkteprogramm für mehr „Öffi“-Sicherheit (wien.ORF.at; 4.6.2014).

Anlass für die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen waren mehrere gewalttätige Angriffe auf Mitarbeiter der Wiener Linien. Geschäftsführung und Belegschaftsvertretung der Wiener Linien setzten auch mit einem dreiminütigen Stopp aller öffentlichen Verkehrsmittel in Wien ein Zeichen - mehr dazu in „Öffis“ standen drei Minuten still (wien.ORF.at; 13.6.2014).

Beginn der Überwachung vor zehn Jahren

Mit der Videoüberwachung in den öffentlichen Verkehrsmitteln wurde in Wien am 6. August 2005 begonnen. Zunächst wurden in einem Probebetrieb zwei Garnituren der Linie U3 sowie zwei Straßenbahn-Beiwagen der Linien 6 und 18 mit Kameras ausgestattet. Die Wiener Linien kündigten damals eine Speicherung der Daten für 48 Stunden an. Das Argument für den Probetrieb: Die Wiener Linien erhofften sich, kriminelle Handlungen wie Vandalismus oder Übergriffe auf Fahrgäste zu verhindern.

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