Tausende wollen Flüchtlingen helfen

Nicht nur auf dem Westbahnhof ist die Hilfsbereitschaft vieler Wiener gegenüber Flüchtlingen derzeit sehr groß. Auf der Hilfsplattform der Stadt, Fluechtlinge.wien, sind im August Tausende Angebote eingegangen.

„Es ist etwas passiert in der Stadt“, sagte Flüchtlingskoordinator Peter Hacker. „Aus der schweigenden Zustimmung ist eine artikulierte Zustimmung geworden.“ Es würden Hunderte Zuschriften aus der Bevölkerung ankommen, die die Flüchtlingspolitik der Stadt unterstützen und bestärken, so Hacker.

Hacker spricht die Hilfsbereitschaft auf dem Westbahnhof an, die große Demonstration für mehr Menschlichkeit in der Flüchtlingspolitik und die Hilfsplattform der Stadt, Fluechtlinge.wien - mehr dazu in Viele helfen auf dem Westbahnhof.

1.200 Menschen wollen ihre „Zeit spenden“

Diese Plattform ist seit Anfang August online. Seither gingen 1.200 Angebote von Freiwilligen ein, die ihre Zeit spenden wollen. Diese Angebote wurden direkt an die verschiedenen Organisationen weitergeleitet. „Alles hilft, und wenn es nur zwei Stunden in der Woche sind“, sagte Hacker.

Hilfe am Westbahnhof
APA/Schlager
Private Hilfe für Flüchtlinge auf dem Westbahnhof

Die Plattform bündelt alle Maßnahmen zur Flüchtlingshilfe, von der Zeitspende bis zum Wohnplatz. Auch da gab es Hunderte Angebote, die derzeit von den Experten geprüft werden. „Das reicht von einem einzelnen Platz in einer WG bis zum kompletten Platz“, so Hacker. Eine seriöse Zahl, wie viele Plätze letztendlich angeboten werden können, gebe es noch nicht.

Austria Wien lädt Flüchtlinge zu Training

Fußball-Bundesligist Austria Wien bietet ab sofort jeden Freitag um 15.00 Uhr ein organisiertes Training für Flüchtlinge an. Es findet in der Austria Akademie in der Laaerbergstraße statt und wird von Trainern der Austria geleitet. „Das beweist, dass wir über unseren sportlichen Tellerrand hinausblicken und mehr sind als nur ein Fußballclub“, sagte Austria-AG-Vorstand Markus Kraetschmer. Zudem findet am Mittwochabend ein Benefizspiel gegen den FAC (18.30 Uhr, FAC-Platz) statt.

Firma gibt Mitarbeitern für Flüchtlingshilfe frei

Auch viele Firmen, Vereine und Institutionen helfen mittlerweile. So wurden etwa Lebensmittel von Supermärkten zum Westbahnhof gebracht. Die Firma T-Systems gibt ihren Mitarbeitern jeweils einen Tag frei, wenn sie Flüchtlingen helfen wollen, wie die „Wiener Zeitung“ berichtete. Und auch in den Sozialen Netzwerken werden die, die sich gegen Hassposter und für eine menschenwürdige Betreuung von Flüchtlingen stellen, lauter, unterstrich Hacker. „Die Menschen wollen, dass unterstützt wird. Das hilft uns“, so der Flüchtlingskoordinator.

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