Deutschkurse: 10.000 Plätze in Wien

Der Integrationsplan von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat eine Diskussion über das System der Migranten-Deutschkurse ausgelöst. In Wien stehen heuer 10.000 kostenlose Plätze zur Verfügung.

Auf Bundesebene bekommen grundsätzlich nur anerkannte Flüchtlinge Deutschkurse. Die meisten Schulungen - nämlich 70 Prozent - werden vom AMS abgewickelt und damit vom Sozialministerium bezahlt. Nach Angaben des Sozialressorts wurden bzw. werden heuer über das AMS 35,42 Mio. Euro für Deutschkurse ausgegeben. Damit können für 27.799 Migranten Kurse finanziert werden. Darunter befinden sich 10.659 Asylberechtigte bzw. subsidiär Schutzberechtigte.

Kaum gefördert werden vom Bund derzeit Sprachkurse für Asylwerber, die noch auf ihren Bescheid warten. Diese derzeit auf Betreuungsstellen des Bundes beschränkten Kurse will das Innenministerium aber „massiv ausbauen“, heißt es im Ressort. Dazu will man 15 Mio. Euro aus dem Integrations-Sonderbudget beantragen.

5,9 Mio. Euro Förderung der Stadt Wien

Die Stadt Wien bietet jetzt schon Kurse für Asylwerber an. In Wien stehen im heurigen Jahr rund 10.000 kostenlose Deutschkurs-Plätze zur Verfügung. Diese werden von der Stadt mit 5,9 Mio. Euro finanziert, erklärte ein Sprecher von Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) der APA.

Der Angebotsbogen spannt sich dabei von Sprachgutscheinen, die man einlösen kann, über Schüler-Sommerkurse bis hin zu Einheiten inklusive Kinderbetreuung für Mütter. Zusätzlich zu diesem Angebot gibt es für schulpflichtige Kinder parallel zum Regelunterricht „Neu in Wien“-Kurse und für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Rahmen der Grundversorgung Deutschkurse im Ausmaß von 200 Stunden.

Kurse auch in anderen Einrichtungen

Deutschkurse gibt es übrigens auch noch in weiteren Einrichtungen der Bundeshauptstadt, beispielsweise an der Volkshochschule. Diese werden von der Stadt Wien gefördert, müssen allerdings von den Teilnehmern selbst bezahlt werden. Die von der Stadt Wien finanzierten 10.000 Kursplätze stehen EU-Bürgern, Zuwanderern und Asylberechtigten zu Verfügung.

Für Asylwerber stehen einzelne Offerte offen - beispielsweise die Sommer-Deutschkurse. Als der Flüchtlingszustrom im Spätsommer zugenommen hat, hat die Stadt Wien weiters ihre Integrationsmaßnahmen gescreent und das Angebot zum Teil für Flüchtlinge geöffnet, darunter die „Basis-Bildung“, wo zum Beispiel Lese- und Schreibkenntnisse vermittelt werden.

2016 werden die bestehenden 10.000 Deutschkursplätze um weitere 5.000 aufgestockt. Diese sollen vor allem Asylwerbern in der Grundversorgung zu Gute kommen. Zusätzlich startet im kommenden Jahr ein Jugendcollege für 1.000 junge Asylwerber und -berechtigte - mehr dazu in Erstmals geförderte Deutschkurse für Asylwerber (wien.ORF.at; 5.11.2015).

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