Gegen Ungerechtigkeit im Bildungssystem

Die rot-grüne Neuauflage in Wien führt auch zu einer Personalrochade im Bildungsbereich: SPÖ-Gemeinderat Jürgen Czernohorszky wird demnächst Stadtschulratspräsident und erbt einige alte Herausforderungen.

Mehr Service und weniger Bürokratie für die Schulen, die dafür mehr Eigenverantwortung erhalten sollen: Das sind die Ziele des designierten Stadtschulratspräsidenten Jürgen Czernohorszky. Auch das Bildungsangebot soll erhöht werden: „Wie können wir daran arbeiten, dass Bildung chancengerecht ist und alle mitnimmt. Die andere Sache ist, was kommt in der Klasse an und wie können wir daran arbeiten, dass Bildung Lernen vom Kind aus gedacht wird und dass jedes Kind begeistert eingeladen und motiviert werden kann.“

Zudem möchte Czernohorszky Ungerechtigkeiten im Bildungssystem abbauen, wie die Tatsache, „dass Kinder jetzt im Alter von neun Jahren eine Entscheidung treffen müssen, die bei vielen Kindern das ganze Leben vorzeichnet, das ganze Leben bestimmt“. Die gemeinsame Schule für alle Zehn- bis 14-Jährigen soll deshalb ausgebaut werden. Dazu dazu wird eigens eine Steuerungsgruppe eingesetzt.

Erstes Treffen bereits am Mittwoch

Dieses Vorhaben ist auch im Regierungspakt festgeschrieben. Bereits am Mittwoch soll es ein koalitionäres Treffen geben, bei dem besprochen wird, wie sich die Steuerungsgruppe zusammensetzt und wie der weitere Ablauf aussieht. Aufbauen will Wien laut Czernohorszky auf schon bestehenden und bis dato als Schulversuch geführten Gesamtschulstandorten wie dem Campus Monte Laa oder dem Campus Hauptbahnhof. Eine geplante „Modellregion“ der gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen solle über ganz Wien verteilt und nicht als geografisches Cluster angelegt werden.

Ein noch zu schaffender „Bildungsanwalt“, der ebenfalls im rot-grünen Koalitionspakt fixiert wurde, soll ebenfalls eine entscheidende Rolle bei den Vorbereitungen spielen. Über das Ausschreibungs- bzw. Bestellungsprozedere konnte man zuletzt ebenso wenig Konkretes berichten wie über den angedachten Zeitplan bis zum Start der neuen gemeinsamen Schulen in Wien.

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