Wiener Linien: Kontrollore umzingeln Fahrgäste

Die Wiener Linien gestalten ihre Fahrscheinkontrollen immer effizienter: Bei großen Kontrollen werden die Fahrgäste etwa bei Stiegenaufgängen von Kontrolloren umstellt. Mit Erfolg - die Schwarzfahrer-Quote ist 2015 erneut gesunken.

Menschen verlassen die U-Bahn, steigen die Stiege hinauf zum Ausgang oder nehmen die Rolltreppe. Oben angekommen werden sie bereits von zahlreichen mit Warnwesten gekleideten Kontrolloren der Wiener Linien erwartet. Sie haben eine Reihe gebildet, um bei jedem Fahrgast, der die Station verlassen möchte, das Ticket kontrollieren zu können. Soweit das gewohnte Bild.

Keine Chance für „Umkehrer“

Inzwischen kümmern sich die Wiener-Linien-Kontrollore jedoch auch um jene Fahrgäste, die vor der Fahrscheinkontrolle-Reihe plötzlich wieder in Richtung Bahnsteig umdrehen. Sie werden dort von einem in Deeskalation geschultem Wiener-Linien-Mitarbeiter in Zivilkleidung erwartet. Seine Aufgabe ist es, Fahrgäste anzuhalten, die sich verdächtig verhalten, heißt es bei den Wiener Linien.

„Die Person unten am Bahnsteig behält sozusagen den Überblick. Denn es gibt schon Leute, die sich fluchtartig bei Kontrollen umdrehen und sich der Kontrolle entziehen wollen. Diese werden dann gezielt nach dem Fahrschein gefragt, da sich der Verdacht erhärtet, dass sie keinen gültigen Fahrschein haben“, so Wiener-Linien-Sprecher Daniel Amann gegenüber wien.ORF.at. Die Kontrollore dürfen die Fahrgäste zum Feststellen der Identität auch so lange anhalten, bis die Polizei kommt.

Fahrscheinkontrolle
Wiener Linien / Johannes Zinner
Auch hinter der Stiege am Bahnsteig warten Kontrollore - in Zivilkleidung

Kontrollen sollen „effizient“ sein

„Grundsätzlich ist es unser Ziel ist, die Kontrollen effizient zu gestalten. Gerade bei den Schwerpunktkontrollen in den Stationen können wir in kurzer Zeit viele Fahrgäste auf einen gültigen Fahrschein kontrollieren“, so Amann. „Wir haben die Schwerpunktkontrollen in den letzten Jahren ausgebaut, um zum einen mehr Präsenz zu zeigen. Zum anderen reagieren wird damit auf den Wunsch jener Fahrgäste, die immer ein gültiges Ticket besitzen und auch wollen, dass es alle anderen ihnen gleichtun. Mit den effizienten Kontrollen können wir aufzeigen, dass das System fair ist.“

Fahrscheinkontrolle
Wiener Linien / Johannes Zinner
Kontrollore dürfen Fahrgäste festhalten, bis die Polizei kommt

Wiener Linien ertappten 141.000 Schwarzfahrer

Der Anteil an Schwarzfahrer im Netz der Wiener Linien ist 2015 weiter zurückgegangen. 1,8 Prozent der kontrollierten Fahrgäste wurden im Vorjahr ohne Fahrschein angetroffen. Rund 7,9 Millionen Fahrgäste wurden 2015 kontrolliert, davon konnten rund 141.000 keinen gültigen Fahrausweis vorweisen. Täglich sind durchschnittlich rund 100 Kontrolleure gleichzeitig im gesamten Netz unterwegs - mehr dazu in Wiener Linien ertappten 141.000 Schwarzfahrer.

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