Opernball: Spekulationen über Treichl-Nachfolge

Desiree Treichl-Stürgkh wird den Opernball am 4. Februar zum letzten Mal organisieren. Eine mögliche Nachfolgerin wurde noch nicht präsentiert. Dem Vernehmen nach könnte es Sponsoringexpertin Alexandra Hilverth werden.

Hilverth ist seit 2012 Mitarbeiterin der Staatsoperndirektion und dort für das Sponsoring zuständig. „Es sind viele Namen, es ist wirklich noch nicht besprochen worden“, sagte sie im Wien-heute-Interview. Auch Staatsoperndirektor Dominique Meyer hielt sich bedeckt: „Es gibt Gerüchte, überall in dieser Stadt. Man tratscht gerne. Jetzt möchte ich, dass wir uns auf den Opernball konzentrieren. Und für den nächsten werden wir dann entscheiden, mit wem wir das machen.“

Hilverth
ORF
Alexandra Hilverth wird als mögliche Nachfolgekandidatin gehandelt

Opernball im Zeichen des Jubiläums

Zuvor hatte Treichl-Stürgkh mit den Worten „neun Opernbälle sind genug“ ihren Rücktritt nach dem Opernball bekanntgegeben. „Es hat mir sehr großen Spaß gemacht. Ich habe es unentgeltlich gemacht, aber ohne eigentlich zu wissen, wie viel Aufwand es ist“ - mehr dazu in news.ORF.at.

Die heurige Ausgabe steht ganz im Zeichen des Jubiläums des Opernballs, der bereits zum 60. Mal nach dem Zweiten Weltkrieg gefeiert wird. „Wir haben ein bisschen augenzwinkernd auf den ersten Ball geschaut. Was war damals? Wer hat damals eröffnet, was wurde gespielt, was wurde getrunken, gegessen, wo wurde überall getanzt?“, sagte Treichl-Stürgkh bei der traditionellen Pressekonferenz im Sangeshaus. In vielen Elementen des Balls wird Bezug auf die Vergangenheit genommen - in der Eröffnung, mittels Ausstellung und beim Blumenschmuck.

So können sich die Gäste im Marmorsaal eine Fotoausstellung mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen vom ersten Opernball nach dem Zweiten Weltkrieg ansehen. Zudem sind auf großen Tafeln am Saaleingang die Namen der Debütanten der Tanzveranstaltung im Jahr 1956 aufgelistet. Auf dem ersten Nachkriegsball debütierte auch der Juwelier Sven Boltenstern, dessen Tochter Maria Boltenstern heuer die Swarovski-Krönchen der jungen Damen des Eröffnungskomitees kreierte.

Vergangenheit auch in Eröffnung

Auch in der Eröffnung wird die Vergangenheit zelebriert. Die 144 Debütantenpaare werden zu einem Potpourri mit Ausschnitten der meistgespielten Eröffnungen der vergangenen 60 Jahre tanzen: die „Annen-Polka“, die „Feuerfest-Polka“, den Einzugsmarsch aus „Der Zigeunerbaron“ und der „Radetzkymarsch“.

Darüber hinaus steht mit dem „Klipp-Klapp-Galopp“ erstmals keine Polka auf dem Programm der Komiteedarbietungen. Die traditionellen Teile wie die „Fächerpolonaise“ von Carl Michael Ziehrer und Johann Strauß’ „An der schönen blauen Donau“ bleiben bestehen. „Es wird sehr, sehr schwungvoll“, versprach Eva Dintsis vom Opernball-Büro. Choreografiert wird die Eröffnung von der Wiener Tanzschule Roman Svabek, die in den vergangenen Jahren schon für den Einzug und Eröffnungswalzer verantwortlich war.

Placido Domingo wird singen und dirigieren

Wie man es sich von einem Opernball erwartet, werden auch namhafte Künstler eine große Rolle bei der Eröffnung spielen. So wird der spanische Opernsänger Placido Domingo nicht nur singen - unter anderem ein Duett mit der russischen Sopranistin Olga Peretyatko -, sondern auch das Staatsopernorchester dirigieren. Neben den arrivierten Ballettstars wie Kirill Kourlaev und Olga Esina wird heuer auch wieder der Nachwuchs der Ballettakademie mitwirken: in Johann Strauß’ „Accelerationen Walzer“ und nach einer Choreografie von Vladimir Malakhov.

Auch was die Dekoration betrifft, wurden Neuerungen bekanntgegeben. Der Gustav-Mahler-Saal soll mit einem eigens von der französischen Künstlerin Elise Mougin-Wurm, Ehefrau des Künstlers Erwin Wurm, entworfenen Pavillon aufgepeppt werden. Mougin-Wurm zeichnet sich außerdem für das diesjährige Opernball-Plakat verantwortlich, auf dem ein buntes Durcheinander von Blumen, Instrumenten, Würsteln und Balletttutus zu sehen ist. In einer neu gestalteten Lounge im dritten Stock werden außerdem Edelwodka-Drinks serviert.

Auch neue Töne werden in der Ballnacht in der Staatsoper zu hören sein: Erstmals spielen im Ballsaal das Bernd Fröhlich Orchester mit Monika Ballwein, in der Galerie-Bar das PT Art Orchester. Und die Band Spotlight bekommt im Marmorsaal Unterstützung: Von 0.30 bis 1.00 Uhr werden The Rats Are Back auftreten. Dabei handelt es sich um ein Bandprojekt der Puls4-Moderatoren Norbert Oberhauser und Volker Piesczek, dem Sänger Eric Papilaya und Josef „Pepe“ Schütz.

Dekoration mit „Blütenwolken“

Der Blumenschmuck soll heuer laut Treichl-Stürgkh etwas „bescheidener, reduzierter“ ausfallen. Dekoriert wird mit „Blütenwolken“. Beim ersten Opernball habe es übrigens überhaupt keine Blumen gegeben, sondern Büsche und Palmen, so die Organisatorin.

Ein besonderes und einmaliges Andenken können die Ballgäste wie auch die Besucher der Generalprobe erwerben: In limitierter Edition wird eine unterhaltsame „Opernball-Benimm-Fibel“ verkauft, in der die Organisatorin den Text und Staatsoperntenor Benedikt Kobel Karikaturen beisteuerten. Erhältlich ist das Druckwerk gegen eine Mindestspende von fünf Euro. Der Erlös kommt dem Projekt „Pier 47“ von „Rettet das Kind Salzburg“ zugute, das sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kümmert.

Treichl-Stürgkh versprach jedenfalls im Anschluss an die Pressekonferenz, bei der sie überraschend auch ihren Rücktritt als Organisatorin bekanntgab, dass die bevorstehende Veranstaltung ihr „Prunkstück“ werde. „Es war jeder Ball immer mit derselben Energie und derselben Anstrengung verbunden. Der Ball ist natürlich besonders“, sagte sie im Gespräch mit Journalisten.

Abschied mit viel Politprominenz auf Ball

Der 60. Opernball findet am 4. Februar in der Wiener Staatsoper statt. Der Ball weist heuer eine prominente Politbesetzung auf. Neben Bundespräsident Heinz Fischer werden auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und mehrere Minister in der Wiener Staatsoper erwartet - mehr dazu in Opernball mit viel Politprominenz.

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