Ute Bock kritisiert Obergrenzen

„Liebe Politiker, warum redet ihr über Obergrenzen und Richtlinien?“ In einem offenen Brief appelliert Ute Bock an Politik und Bevölkerung, auch jenen Flüchtlingen zu helfen, die erst nach Österreich kommen werden.

„Da geht´s nicht um Zahlen und Statistiken, sondern um Menschen! Sie sind aus ihrer Heimat geflüchtet, um nicht sterben zu müssen. Keiner von denen ist in der Früh aufgewacht und hat sich gedacht: ‚Ich geh jetzt nach Österreich und die dort sollen mich erhalten.‘ Die wären alle lieber in der Heimat bei ihren Familien geblieben“, wird Ute Bock in einem am Montagabend veröffentlichten offenen Brief zitiert.

Mit ihrem Verein betreibt die 73-Jährige in Favoriten das Ute-Bock-Haus, in dem neben Unterkünften auch Beratung, Deutschkurse und EDV-Kurse für Asylwerber angeboten werden - mehr dazu in Ute Bock gegen Scheinheiligkeit.

Flüchtlinge wollen „etwas zurückgeben“

Bock erzählt von einem jungen Syrer namens Mustafa. Seinem Cousin mit Frau und drei Kindern konnte vom Verein Ute Bock eine Wohnung gegeben werden. In seiner Heimat war Mustafa Zahntechniker. „Er ist sehr gern hier und er ist dankbar, dass er und seine Familie jetzt in Sicherheit sind. Aber trotzdem ist er nicht ganz glücklich“, so Bock.

„In Syrien hat er seine Familie alleine erhalten können. Hier in Österreich muss er untätig herumsitzen. Er kann nicht arbeiten und muss vom Staat leben. Das belastet ihn sehr. Er würde viel lieber seine Familie selbst ernähren. Die Österreicher haben ihm schon viel geholfen und er will etwas zurückgeben.“ Inzwischen hilft Mustafa beim Übersetzen, damit der Verein Ute Bock anderen Flüchtlingen besser helfen kann.

„Menschen brauchen unsere Hilfe“

Ute Bock appelliert an die Bevölkerung: „Wir Österreicher haben in den letzten Monaten die Flüchtlinge willkommen geheißen und ihnen geholfen. Darauf können wir stolz sein! Aber vergesst´s bitte nicht – auch die Menschen, die jetzt noch kommen, brauchen unsere Hilfe! Helfen wir weiter so gut zusammen, damit die Menschen hier Sicherheit finden können.“ Schon einmal wandte sich Ute Bock in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit - mehr dazu in Ute Bock: „Nehmen Sie Flüchtlinge auf!“

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