Wegen Grippewelle helfen Kinderärzte aus

Der Ausbruch der Grippewelle hat am Wochenende zu einer völlig überfüllten Kinderambulanz im Donauspital geführt. Die Ärztekammer bittet nun Wiener Kinderärzte, vorübergehend auch am Wochenende aufzusperren.

Wie viele Kinderärzte in Wien sich tatsächlich bereiterklären, auch am Wochenende ihre Ordinationen offen zu halten, ist noch unklar. Die Wiener Ärztekammer hat an alle 70 Wiener Kassenkinderärzte eine E-Mail geschickt. Mit geöffneten Kinderarztordinationen will man dann nächste Woche am 13. und 14. Februar starten.

Hinter der aktuellen Misere stecke ein strukturelles Problem, so der Obmann der Kurie niedergelassener Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart. „Die Patienten werden an den Wochenenden geradezu in die Ambulanzen gedrängt, weil den Kinderarztordinationen mit Kassenvertrag unglaubliche bürokratische Steine in den Weg gelegt werden.“

Laut Kammer fehlen 300 Kinderärzte

Seit Langem herrsche im niedergelassenen Bereich dringender Handlungsbedarf, meint Steinhart: 300 zusätzliche Kassenplanstellen müssten sofort geschaffen werden, um die Leistungen aufrechterhalten zu können. In den Ordinationen brauche es mehr und vor allem flexiblere Angebote, besonders für die kinderärztliche Versorgung.

Ein Wiener Kinderarzt behandelt täglich durchschnittlich 70 bis 80 Kinder. Trotz dieser großen Zahl, die bei Grippewellen schnell weiter in die Höhe schießt, ist es Ärzten nicht erlaubt, einen Kollegen zur Unterstützung anzufordern.

Neben Ambulanzen und geöffneten Kinderarztordinationen verweist die Kammer auch auf den Ärztefunkdienst, der Kleinkinder ab einem Jahr mobil versorgen kann - mehr dazu in Ärztefunkdienst bekommt auch Kinderärzte.

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