Bäder: Gratiseintritt für Polizisten

Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme reagieren die Wiener Bäder auf sexuelle Übergriffe, um das Sicherheitsgefühl ihrer Gäste zu erhöhen. Wenn Polizisten ihre Dienstnummer hinterlassen, zahlen sie keinen Eintritt.

Die Leute seien etwas besorgt über die Sicherheitslage in den Bädern in der bevorstehenden Sommer-Badesaison, erklärte Martin Kotinsky, Sprecher der städtischen Wiener Bäder die Maßnahme. Im Ernstfall würden die Polizisten dann ausgerufen. „Man darf nicht glauben, dass die Polizei in Badekleidung die selben Möglichkeiten hat, wie die uniformierten Kollegen, aber es verstärkt doch das Sicherheitsgefühl“, so Kotinsky zu Radio Wien. Zudem könnten die Polizisten als Schnittstelle zu den Einsatzkräften dienen.

Laaerbergbad
APA/Herbert Neubauer
Polizisten zahlen keinen Eintritt, wenn sie ihre Dienstnummer hinterlegen

Bäder hoffen auf „weit über 100 Polizisten“

Bei den Wiener Bädern hofft man an schönen Tagen so auf „weit über 100 Polizisten“ in den 17 Sommerbädern. Eine erste Sitzung mit dem Wiener Landeskriminalamt habe bereits stattgefunden, es werde auch weitere Gespräche in den kommenden Monaten führen, sagte Kotinsky. Die Wiener Freibäder sperren voraussichtlich im Mai auf.

Nach einem Vorfall im Theresienbad wurden laut Kotinsky bereits die Kontrollen der Garderoben- und Sanitärbereiche verstärkt. Ein 20-jähriger irakischer Flüchtling wird beschuldigt, im Dezember des Vorjahres in einer WC-Kabine einen zehnjährigen Buben vergewaltigt zu haben - mehr dazu in Vergewaltigung in Bad: Prozess am 26. April.

Nachdenken über zusätzliche Hinweisschilder

Private Securitys wird es in den städtischen Bädern wohl keine geben. Diese dürften nur Dinge tun, die auch jeder Badegast und Bademeister tun dürfe, deswegen setze man auf eine intensive Zusammenarbeit mit der Polizei, erklärte Bädersprecher Kotinsky. Überlegt wird noch, ob zusätzliche Hinweisschilder mit Symbolen zu den Baderegeln aufgehängt werden, die auch ohne Kenntnis der deutschen Sprache verständlich sind.

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