Kostenanstieg bei Krankenhaus Nord befürchtet

Das Krankenhaus Nord ist wieder in den Schlagzeilen: Das neue Spital könnte laut „Presse“ noch teurer als bisher geplant werden, weil auf die rechtzeitige Ausbildung der Techniker vergessen worden sei.

Der Probebetrieb des Krankenhauses ist bereits angelaufen, ab Ende 2017 soll es in Normalbetrieb gehen. Doch der „Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) schafft es nicht, den Betrieb der technischen Infrastruktur des Megaspitals wie geplant selbst zu übernehmen – aus eigenem Verschulden, was die Kosten weiter nach oben treiben wird“, berichtet die „Presse“.

Blick auf die Baustelle des "Krankenhaus Nord"
APA/Jäger
Krankenhaus Nord soll Ende 2017 in Normalbetrieb gehen

Für Haustechnik „60 bis 80 Spezialisten“ notwendig

Die technische Inbetriebnahme des modernsten Spitals Europas kann bei dessen Eröffnung nur das entsprechende Baukonsortium gewährleisten, das die Anlagen installiert hat und die dafür ausgebildeten Techniker besitzt. Und diese Firma wolle sich das laut dem Bericht „natürlich entsprechend bezahlen lassen“, wie mehrere Quellen der Zeitung berichten.

Die Kosten sollen so hoch sein, dass die Stadt nach „Presse“-Informationen nun seit acht Wochen streng vertraulich bei der Vamed - sie betreibt das AKH - vorfühlt, ob diese nicht doch noch günstiger einspringen könnte. Von Seiten der Stadt werden diese Gespräche aber strikt zurückgewiesen. „Es hat niemals Gespräche gegeben“, heißt es aus dem Büro der zuständigen Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ). Die jährlichen Kosten für den technischen Betrieb des KH Nord machen laut dem Zeitungsbericht circa 60 bis 75 Millionen Euro aus.

Straßenbahn vor dem Krankenhaus Nord
Wiener Linien/M. Helmer
Immer wieder Kostenanstieg bei Krankenhaus Nord

In dem Hightechspital jenseits der Donau sind vier Etagen für die Technik reserviert: Drei im Tiefgeschoß, eine Etage im Dachgeschoß. Um die Haustechnik zu betreiben, seien „60 bis 80 Spezialisten“ notwendig.

„Für Einschulungen zu spät“

Vor etwa drei Jahren entschied der KAV, man werde die Technik im KH Nord selbst betreiben. Immerhin gibt es in Krankenhäusern, die im Rahmen des Spitalkonzepts schließen, Techniker. „Nur arbeiten diese mit Anlagen, die im Vergleich zum Spital Nord völlig veraltet sind“, ist laut „Presse“ in informierten Kreisen zu hören.

Die logische Konsequenz: Die KAV-Techniker müssen auf das neue System im Spital Nord eingeschult werden. Und das dauere lange, da es sich um ein hoch technisiertes, extrem komplexes System handle, ist von einer involvierten Person zu hören: „Um noch die entsprechende Einschulung zu machen, ist es für den KAV jetzt aber zu spät.“ Das sei völlig verschlafen worden.

Der technische Probebebetrieb muss laut informierten Kreisen lange Zeit vor dem Hauptbetrieb erfolgen. Für die Patientensicherheit wäre es grob fahrlässig, Patienten einem nicht umfangreich getesteten Spital anzuvertrauen. Vor allem, wenn es ein völlig neues, erstmals verwendetes System besitzt. Um dieses System zu betreiben, sind eben bis zu 80 Spezialisten notwendig. Diese Experten müssen lange Zeit vor dem Probebetrieb eingeschult werden, damit sie das neuartige System und dessen Kinderkrankheiten kennenlernen.

Blick auf die Baustelle des "Krankenhaus Nord"
APA/Jäger

KAV: „Werden diese Technik im Griff haben“

Der KAV sieht keine Probleme. „Selbstverständlich haben wir den Aufbau des technischen Personals mitbedacht. Für mich sind das Gerüchte. Meines Erachtens kann da nur von Wirtschaftsseite vielleicht Interesse bestehen, eine externe Betriebsführung zu beauftragen. Derzeit haben wir aktuell 16 Dienstposten besetzt für die technische Direktion. 84 Dienstposten sollen dann am Ende der Bauphase besetzt sein, die werden diese Technik im Griff haben. Das sind erfahrene Leute“, sagt der Technische Direktor des KH Nord, Wilfried Gröblinger, gegenüber Radio Wien.

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