Wiens Haushalte sollen Zwieback lagern

In Deutschland ist dazu aufgerufen worden, für den Krisenfall Lebensmittel einzulagern. Auch in Wien gibt es eine Notfallliste für Haushalte. Die Lagerung von Trinkwasser sei nicht notwendig - von Zwieback und Teigwaren aber schon.

Im Falle eines großflächigen Stromausfalls muss man sich in einem Notfall keine Sorgen um das Wiener Hochquellwasser machen, denn „95 Prozent der Haushalte sind aufgrund des Gefälles von der Quelle mit Wasser versorgt“, sagte Wolfgang Kastel, Geschäftsführer von „Helfer Wiens“, gegenüber Radio Wien.

Notfallliste
Helfer Wiens
Auch Wiener Haushalten wird das Lagern von Produkten empfohlen

Vernunft statt Verunsicherung

Die Präventionseinrichtung hat bereits vor Längerem eine Notfallliste für Wiener Haushalte veröffentlicht. In Deutschland sorgt derzeit eine solche Checkliste für Verunsicherung. Die Bevorratungsliste, wie sie genannt wird, ist für Kastel nur vernünftig: „Es macht einfach Sinn, sich zu bevorraten, für kleinere Anlassfälle wie Krankheiten und Stromausfälle. Sich mit Sicherheit zu beschäftigen hat nichts mit Angst, sondern mit Vernunft zu tun“ - mehr dazu in news.ORF.at.

Stromausfall durch Hackerangriff

Das wahrscheinlichste Szenario sei ein großflächiger Stromausfall, so Kastel und erklärt, dass dafür schon ein Hackerangriff auf einen Stromverteiler ausreichen könnte. Die Aufregung in Deutschland versteht Kastel nicht. Er geht davon aus, dass die Notfallliste nur als Erinnerung dienen soll.

Notfallvorrat
Walter Schaub-Walzer / PID
Konservendosen und eine Hausapotheke sind die wichtigsten Notfallvorräte

Taschenlampen und Süßigkeiten

Dennoch hat er einige Einkaufstipps für Notfälle: „Was auf keinen Fall fehlen darf, sind Fertigprodukte, Brot und Zwieback, Marmeladen und Süßigkeiten. Aber auch Taschenlampen und Kerzen gehören zu einem Vorrat dazu.“ Bei Babys und Kleinkindern wird empfohlen, dem Alter und Bedarf entsprechend Vorkehrungen zu treffen. Nicht schaden kann außerdem das Anlegen einer Dokumentenmappe.

„Konzeption Zivile Verteidigung“ in Deutschland

Die deutsche Regierung hatte am Mittwoch ein neues Zivilschutzkonzept beschlossen, das von Innenminister Thomas de Maiziere vorgelegt worden war. Mit der „Konzeption Zivile Verteidigung“ (KZV) solle die Bevölkerung besser für Katastrophen und Krisenfälle gewappnet werden, hieß es. Betont wurde, dass das überarbeitete Konzept nicht in Zusammenhang mit der aktuellen Bedrohung oder den jüngsten Anschlägen in Deutschland stehe.

Als Gefahren für die Sicherheit gelten Angriffe mit konventionellen, biologischen und chemischen Waffen ebenso wie Attacken auf kritische Infrastrukturen wie die Wasser-, Strom- und Gasversorgung. Gerade auch Angriffe im Cyberraum werden als direkte Bedrohung genannt. Sicherheitsexperten befürchten, dass Terroristen und Staaten etwa über Cyberattacken versuchen könnten, für die Versorgung der Gesellschaft wichtige Anlagen anzugreifen.

Unter anderem wird die Bevölkerung in dem deutschen Konzept aufgefordert, zur Überbrückung im Notfall für einen Zeitraum von fünf Tagen je zwei Liter Wasser pro Person und Tag einzulagern. Zudem sollen die Menschen einen Vorrat an Lebensmitteln für zehn Tage anlegen.

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